Imago Dei
Sa, 28. März 2026
18:00 Uhr
- 23:59 Uhr

Die Anatomie der Melancholie

Die Krankheit der Seele und ihre Heilung durch Musik

Element of Prime, Dörte Lyssewski
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Klangraum Krems Minoritenkirche Klangraum Krems Minoritenkirche

Vergangene Veranstaltung

Beschreibung

Element of Prime
Carin van Heerden | Blockflöte
Magdalena Rath | Blockflöte
Domenika Thanner | Blockflöte
Veronika Traxler | Blockflöte
Michaela Vaught | Blockflöte

Der englische Lautenist und Komponist John Dowland (1563 – 1626) wurde schon als Bob Dylan, Nick Drake oder auch Neil Young der Renaissance bezeichnet. Das dürfte mit der gewandten Poesie, aber auch mit der feinen Ironie und dunklen Melancholie seiner Musik zu tun haben. Dowland unternahm ausgedehnte Tourneen durch Europa, wurde in Kopenhagen als königlicher Lautenist engagiert und war später auch Mitglied am englischen Hof. Zu seinen beliebtesten Songs gehören „In darkness let me dwell“ und „Flow my tears“. Aus letzterem destilliert Dowland die ersten vier Noten und macht sie zum Ausgangspunkt eines einzigartigen Instrumentalzyklus: „Lachrimae, or Seaven Teares“ porträtiert in kompromissloser, düsterer Meisterschaft sieben Arten von Tränen, darunter „seufzende“, „wahre“ oder gar „erzwungene“. Sie sind für ein Consort von gleichen Instrumenten gedacht. Bei uns erklingt der Zyklus im betörenden Klang der Blockflöten. Kurz nachdem Dowland dem Thema Träne eine Vielfalt an Betrachtungen schenkt, widmet sich sein Zeitgenosse Robert Burton der Melancholie in mehr als üppigem Ausmaß: Auf über 1000 Seiten (oder in etwa einer halben Million Worten) werden deren Ursache, Heilung und spezielle Formen wie religiöse oder Liebesmelancholie erörtert. Nach dem beeindruckenden Folianten, den er fünf Mal überarbeitete, sollte Burton nichts mehr veröffentlichen, aber mit „The Anatomy of Melancholy“ hat er nicht nur ein eindringliches Werk zu diesem Motiv verfasst, sondern auch ein Panorama seiner Zeit.

John Dowland zum 400. Todestag: "Lachrimae, or Seven Teares" figured in seven passionate Pavans (1604)
Lachrimae Antiquae
Lachrimae Antiquae Novae
Lachrimae Gementes
Lachrimae Tristes
Lachrimae Coactae
Lachrimae Amantis
Lachrimae Verae

außerdem Musik von Antony Holborne und Improvisationen der Musikerinnen

Texte aus Robert Burton: „Die Anatomie der Melancholie“ (1621)

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Albert Hosp

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