Freitag
09. März 2018

Klangraum Krems Minoritenkirche

Beginn: 19:30

Da Pacem
Chor Ad Libitum

Leitung: Heinz Ferlesch

Vokalwerke von
Heinrich Schütz, Johannes Brahms, Gustav Mahler, Reynaldo Hahn, Eriks Esenvalds, Arvo Pärt u.a.

Psalmen des Propheten Jesaja, Texte von Meister Eckhart, Samuel Taylor Coleridge, Gedichte von Christine Lavant u.a.

Katharina Stemberger
Lesung

30,- / 27,-

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Chor Ad Libitum & Katharina Stemberger Da Pacem

Der Traum Vom Leben

 

18:00

Ad Lib. Michele Spanghero

Klangskulptur von Michele Spanghero: Orgelpfeifen und Respirator

Eröffnung im Klangraum Krems Kapitelsaal

Eintritt frei

Ein medizinisches Beatmungsgerät spielt einen Akkord auf Orgelpfeifen – ein Fragment aus Johannes Brahms’ „Ein deutsches Requiem” – wie erstarrt, im konstanten Rhythmus der automatischen Atmung. Die Tätigkeit dieses künstlichen Organs wirft ethische Fragen auf: Sie thematisiert den freien Willen und die Verantwortung, die Teil dieses mechanischen Requiems sind; und sie ist auch eine Metapher für die Kontrolle, die Menschen der Technologie übertragen. 

Ad lib. ist die Abkürzung des lateinischen „ad libitum” und bedeutet wörtlich „nach Belieben”. Sie drückt die Freiheit des Menschen aus, in einem bestimmten Kontext auf Basis seines eigenen Urteils zu handeln. Gleichzeitig ist sie aber auch ein musikalischer Begriff, der den InterpretInnen unterschiedliche Möglichkeiten des Ausdrucks bietet, indem bestimmte Takte der Partitur nach Belieben wiederholt werden können. 

Die Arbeit des italienischen Künstlers wurde zuletzt bei der Ausstellung „Point Zero“ im Rahmen des Ars Electronica Festivals 2017 gezeigt. 

 

19:30

Da Pacem Chor Ad Libitum | Katharina Stemberger

In der Nacht kommt der Traum vom Leben.

„Was wäre, wenn du schliefest? Und was wäre, wenn dir träumte in deinem Schlaf? Und was wäre, wenn du in deinem Traum in den Himmel kämst und dort eine seltsame, wunderschöne Blume pflücktest? Und was wäre, wenn du erwachtest, und hieltest die Blume in deiner Hand? Was wäre dann?“ 

Die Fragen des englischen romantischen Dichters Samuel Taylor Coleridge werden von Katharina Stemberger im Klangraum Krems Minoritenkirche ebenso an das Publikum gerichtet werden wie die Schauspielerin auch aus Psalmen des Propheten Jesaia, aus Schriften von Meister Eckhart und Gedichte von Christine Lavant lesen wird. Alle Worte eint die Sehnsucht nach Frieden, eine Sehnsucht, die Menschen in allen Zeiten und über alle Zeiten hinaus empfinden. Denn Frieden ist Voraussetzung für Leben.

Der Traum vom Leben nährt in der vom Tod durchwehten Passionszeit die Hoffnung auf die Auferstehung. 

Der Chor Ad Libitum wird auf einem Kreuzweg von Station zu Station durch den Klangraum wandeln und mit Musik vom Mittelalter bis in unsere Gegenwart entlang der Leidensgeschichte dem Licht entgegensingen. Mit dem gregorianischen Choral „Da pacem, Domine“. Mit geistlicher Chormusik von Heinrich Schütz, komponiert im letzten Jahr des Dreißigjährigen Krieges: „Gib unsern Fürsten und aller Obrigkeit Fried’“. Mit Gustav Mahlers „Urlicht“ aus „Des Knaben Wunderhorn“ in einer Transkription für A-cappella- Chor: „O Röschen rot, der Mensch liegt in größter Not, der Mensch liegt in größter Pein, je lieber möcht’ ich im Himmel sein“. Mit Johannes Brahms’ Motette „Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen“, die im Schlusschoral „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“ mündet. Mit dem Gebet „Da pacem“ in der Vertonung von Arvo Pärt, in der die Friedensbotschaft durch die reine Quinte des Schlussakkords in die Unendlichkeit hinausgleitet. Pärt begann seinen Friedensgesang im Jahr 2004 zwei Tage nach den terroristischen Anschlägen auf Züge in Madrid zu komponieren. Zum Gedenken an die Opfer wird Pärts Komposition jedes Jahr am Tag der Tat in Spanien wiederaufgeführt. 

 

 

Hier eine Aufnahme des Original "Da Pacem Domine" von Arvo Pärt, welches vom Chor Ad Libitum vorgetragen wird. 

© Promo

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© Heinz Ferlesch

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© Katharin Stemberger

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