Samstag
24. März 2018

Klangraum Krems Minoritenkirche

19:00

Huelgas Ensemble

Axelle Bernage, Rosemary Galton (Sopran)
Achim Schulz, Olivier Coiffet (Tenor)
Bernd Oliver Fröhlich, Matthew Vine (Tenor)
Frederik Sjollema, Tim Scott Whiteley (Bass)
Paul Van Nevel (Leitung)

 

Minguet Quartett

Ulrich Isfort (Violine I)
Annette Reisinger (Violine II)
Aroa Sorin (Viola)
Matthias Diener (Violoncello)

 

Werke:

Wolfgang Rihm „Geste zu Vedova",  ca. 11 Minuten

Jacobus de Kerle (1532-1591) „Sequentia Dies Irae" aus: „Missa pro defunctis",  ca. 13 – 15 Minuten                                                                

Wolfgang Rihm (*13. 3. 1952) „Et lux" (2009), ca. 62 Minuten

Zwischen Jacobus de Kerle und „Et Lux" wird es eine Pause geben.

 

30,- / 27,-

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Huelgas Ensemble & Minguet Quartet Et Lux

Das Licht Am Ende Des Tunnels

 

Et lux perpetua luceat – Und das ewige Licht leuchte.

Wolfgang Rihm erhellt Worte aus der lateinischen Totenmesse und durchleuchtet sie, um zu ihrer inneren Bedeutung vorzudringen. Er folgt nicht der liturgischen Ordnung des Requiem-Textes, vielmehr lässt er bestimmte Textfragmente „als erinnerte Bestandteile eines schrittweise vergegenwärtigten Zusammenhanges“ auftauchen. Rihm vertonte die Worte nicht im herkömmlichen Sinn einer Zuordnung von Tönen zum Text, sondern umkreist sie harmonisch, melodisch und rhythmisch, bis die tiefste Schicht – der Wortkern – erreicht ist. Das Licht als helle Seite der Nacht: Aus dem archaischen Grund jedes Wortes leuchtet seine Bedeutung hervor. Mit zwei Mal vier Stimmen – einem Vokalquartett (vom Huelgas Ensemble doppelt besetzt) und einem Streichquartett (Minguet Quartett) – wird Rihms „Et lux“ in der Minoritenkirche einen unendlichen Klangraum des ewig leuchtenden Lichts ausfüllen. In der Klarheit der Tonsprache erreicht Rihm die Sphären von Palestrinas wahrhafter Musik. Im permanenten Ineinander-Übergehen harmonischer Kreise entsteht eine Spannung wie in Gesualdos chromatischer Polyphonie. Alte und Neue Musik verschmelzen zu einem einzigen, wunderbaren Klanglicht.

 

Die Lichtkegel von Rihms Komposition strahlen in die Unendlichkeit aus.

Das Licht am Ende des Tunnels wird hörbar, wenn die Wortkerne in ihrer ganzen Bedeutungskraft erleuchtet werden. Da bekommt diese Musik für Momente eine Dynamik und Größe, die alle Posaunen am Tag des Jüngsten Gerichts übertönt. Und lösen sich manchmal die Worte auf, ist der Zustand absoluter Musiksprache erreicht. Die Sprache des Göttlichen. Der Lichtmesse Rihms sendet das Huelgas Ensemble die Sequenz des Jüngsten Tages aus der Totenmesse in der Vertonung  des frankoflämischen Renaissancemeisters Jacobus de Kerle voraus. Als instrumentale Einstimmung Rihms erklingt Streichquartett „Geste zu Vedova", eine musikalische Setzung zu den Bildblitzen des venezianischen Malers Emilio Vedova, eines Hauptvertreters der italienischen Informel-Malerei der 1950er und frühen 1960er Jahre. 

Wolfgang Rihm zählt zu den erfolgreichsten zeitgenössischen Komponisten Deutschlands.
„In seiner Komposition „Et Lux“ versucht Rihm einen stilistischen Spagat zwischen der Musik des Mittelalters und unserer Gegenwart. Dazu hat er das auf Musik des Mittelalters spezialisierte Huelgas Ensemble und das Minguet Quartett zusammengebracht und für sie eine Komposition geschrieben, die archaisch und neu zugleich ist.“ (SWR anlässlich der CD-Neuerscheinung 2015)
Im ersten Teil des Abends sind die beiden Ensembles jeweils einzeln zu erleben: Das Huelgas Ensemble ist mit einer Sequenz des Jüngsten Tages aus der Totenmesse in der Vertonung  des frankoflämischen Renaissancemeisters Jacobus de Kerle zu erleben. Als instrumentale Einstimmung spielt das Minguet Quartett Rihms „Geste zu Vedova“, eine musikalische Setzung zu den Bildblitzen des venezianischen Malers Emilio Vedova, eines Hauptvertreters der italienischen Informel-Malerei der 1950er und frühen 1960er Jahre.

In Kooperation mit Osterfestival Tirol

 

Paul van Nevel

Paul van Nevel

Minguet Quartett

Minguet Quartett

Wolfgang Rihm

Wolfgang Rihm