Sonntag
25. März 2018

Klangraum Krems Minoritenkirche

Constantinople feat. Savina Yannatou

Kiya Tabassian (Setar, Leitung)
Pierre-Yves Martel (Viola da Gamba)
Didem Basar (Kanun)
Patrick Graham (Percussion)
Savina Yannatou (Stimme)

 

30,- / 27,-

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Ensemble Constantinople Feat. Savina Yannatou Die Nacht Der Tausend Ohren

Die Nacht der 1000 Ohren
Annäherung an die Poesie & Musik von Sappho von Lesbos (um 600 v. Chr.)

In der Nacht der tausend Ohren ertönt dieser seltsame und geheimnisvolle Ruf immer und immer wieder über das Meer, um dir dorthin zu folgen“, sandte Sappho von der Insel Lesbos eine poetische Botschaft der Sehnsucht an die geliebte Anaktoria im fernen Sardis. 

Nur ein geringer Teil der Dichtungen der antiken griechischen Lyrikerin, Tänzerin und Musikerin Sappho hat sich erhalten, aber er reicht aus, um die enorme Ausdruckskraft und zeitlose Poesie dieser Künstlerin auch mehr als zweieinhalb Jahrtausende nach ihrem physischen Dasein intensiv zu spüren. Prophetisch kündigte sie dies in einer Gedichtzeile schon an: „Sich erinnern wird, sag’ ich euch, manch einer noch an uns.“ 

Das Ensemble Constantinople auf alten persischen und europäischen Instrumenten, die Avantgarde-Musikerin Lori Freedman auf Klarinetten und die griechische Sängerin Savina Yannatou erinnern sich musikalisch an die berühmteste antike Dichterin. Deren Musik ist nicht überliefert. Aber inspiriert von Sapphos fragmentarisch erhaltenen Dichtungen erschaffen die MusikerInnen eine Musik der Gegenwart, mit der sie in ein lange vergangenes Erbe eintauchen und das sie durch künstlerische Intuition wieder zum Leuchten bringen. 

Wie ein Fresko, das in tausenden Jahren zerbröckelt ist, wird das Klangbild einer antiken Musik aus Fragmenten der altgriechischen Epochen und aus mündlichen Überlieferungen von der Insel Lesbos rekonstruiert. 

Hier lebte Sappho in Mytilene, das zu ihrer Zeit kultureller Mittelpunkt der alten Welt war. Dort scharte die Muse begabte Mädchen um sich, die sie in Poesie, Gesang, Instrumentenspiel und Tanz lehrte und mit denen sie gemeinsam zu Ehren der Götter Aufführungen veranstaltete – mit Liedern und Tänzen, die von Aphrodite, Liebe, Sehnsucht, Eros, Ehe, Exil und Einsamkeit handeln. Exakt 200 Jahre nach Franz Grillparzers 1818 in Wien uraufgeführtem Trauerspiel „Sappho“ findet in Österreich damit neuerlich eine künstlerische Annäherung an die wahrlich sagenumwobene Dichterfürstin der Antike statt. 

Ensemble Constantinople

Ensemble Constantinople

Savina Yannatou

Savina Yannatou