Sonntag
02. April 2017

Klangraum Krems Minoritenkirche

Beginn: 19:00


Jean-Guihen Queyras
(Violoncello)
Bijan & Keyvan Chemirani
(Zarb & Daf)
Sokratis Sinopoulos
(Lyra)

Werke aus dem Album"Thrace - Sunday Morning Sessions" von:
Marco Stroppa
Ross Daly
Sokratis Sinopoulos
György Kurtag
Witold Lutoslawski
Mohamad Reza Lotfi
Franck Leriche

  

26,- / 24,-

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Jean-Guihen Queyras, Bijan Chemirani, Keyvan Chemirani, Sokratis Sinopoulos West-Östliche Spurensuche

Thrakien, Heimat des Sängers Orpheus und der Gottheiten Apollo und Dionysos und heute auf die drei Länder und Kulturen Griechenland, Türkei und Bulgarien ausgebreitet, wird zum musikalischen Dreh- und Angelpunkt von einem französischen Cellisten, zwei Perkussionisten mit iranischen Wurzeln und einem griechischen Musiker auf dem byzantinischen Streichinstrument Lyra: „T(h)race“ wird zur west-östlichen Spurensuche und der „Sonntagmorgen“ zum symbolischen Freiraum für musikalische Improvisationen und Kompositionen zwischen morgen- und abendländischer Tradition und Avantgarde. Jean-Guihen Queyras am Violoncello, Sokratis Sinopoulos auf der Lyra sowie die Brüder Bijan und Keyvan Chemirani auf der orientalischen Kelchtrommel Zarb und dem kurdischen Derwisch-Tamburin Daf senden west-östliche Signale mit Melodien und Rhythmen aus, die Jahrtausende in sich und in unsere Gegenwart tragen. Die Zeit steht still, wenn zehn Finger und zwei Bögen über die Saiten und vier Hände über die Felle von Trommeln gleiten, die aus dem Holz von Nuss- und Maulbeerbaumen geschnitzt oder deren Rahmen von Metallringen gesäumt sind. So wie das Volk der Thraker für Entdeckungen stand, erkunden und erforschen die vier Musiker verschiedene musikalische Regionen zwischen Osteuropa (Kompositionen von Gyorgy Kurtag und Witold Lutoslawski), der Levante (eine gesangliche Melodie ohne Worte von Sinopoulos in der Form des Semai und mit zehntaktigem Rhythmus), Persien (Musik des iranischen Komponisten Abol-Hasan Saba), Griechenland (Hochzeitslied aus Kreta) und der Türkei (Willkommenstanz von Menschen unterschiedlichster Herkunft). Es kommt zu Begegnungen am Schnittpunkt von westlichen Rhythmen im gewohnten Vierer- Metrum und dem typischen arabischen Fünfertakt oder von westlichen Moll-Tonarten mit den vielen harmonischen Modi der Levante. Was alle eint, ist die kreative Aufbruchsstimmung, mit Musik die Welt zu erneuern und verändern, dabei die Kulturen weiterzutragen in eine Zukunft, die aus der Vergangenheit alle Vorzüge mitnimmt und alle zerstörerischen Kräfte hinter sich zu lassen trachtet.

In Kooperation mit Osterfestival Tirol.

Homepage:
Bijan Chemirani
Jean-Guihen Queyras
Sokratis Sinopoulos

© Thomas Dorn für Harmonia Mundi

© Thomas Dorn für Harmonia Mundi