Samstag
03. Oktober 2009

Klangraum Krems Minoritenkirche

Perlonex + Charlemagne Palestine

Charlemagne Palestine: Piano, Stimme

Perlonex: Ignaz Schick: Becken, Turntable, Objekte, Looper; Joerg Maria Zeger:Gitarren, Effekte; Burkhard Beins: Perkussion, Zither, Objekte

Seltsame Kleidungsstücke, ausgestopfte Spielzeuge, Cognac der Marke Napoleon und eine Unmenge an Zigaretten dienen Charlemagne Palestine als Requisiten für seine obsessiv-schamanistischen Klangreisen. Seine unberechenbaren Multimedia Performances, in die er gelegentlich auch Videos, Gemälde oder Skulpturen einbezieht, haben Kultstatus. Im prominenten Umfeld von La Monte Young, Terry Riley, Phil Glass, Steve Reich und Tony Conrad beheimatet, gilt er als einer der Begründer der Minimal Music.

Seine ersten musikalischen Erfahrungen machte Charlemagne Palestine in seiner Kindheit als Sänger von tief brummenden Borduntönen im lokalen Brooklyner Synagogenchor in New York. Wenig später spielte er bei Aufführungen Carillon - ein physisch sehr herausforderndes großes Glockenspiel, dessen Klaviatur mit Fäusten zu schlagen ist. 15 Jahre später schließlich setzte er diese Technik, „strumming“ genannt, bei seinen exzentrischen Performances auf dem Bösendorfer Imperial oder auf mächtigen Orgeln wieder ein. Charlemagne Palestine’s stehende Akkordtrauben, seine Vorliebe für resonierende Obertöne sowie die pure Physikalität der Klänge übten großen Einfluss auf Musiker im Schnittfeld von Rock und Avantgarde wie etwa Glenn Branca und Sonic Youth aus.

Die Zusammenarbeit mit dem Trio Perlonex ergab sich aus einem gemeinsamen Auftritt im Berliner Podewil 2004, dem zahlreiche weitere Perlonex & Palestine Events folgten. Das Berliner Trio Perlonex formierte sich 1998 und besteht aus dem Elektroniker Ignaz Schick, dem aus Punk- und New Wave-Zirkeln kommenden Gitarristen Joerg Maria Zeger und dem allerlei Perkussionsinstrumente und Zither spielenden Burkhard Beins. Das Trio entwickelte eine eigentümliche Spielart elektro-akustischer Musik auf der Grundlage analogen und digitalen Instrumentariums, ausgebreitet in langen Entwicklungsbögen und repetitiven Loops mit feinsten kontrapunktischen Schichtungen, minimalistisch und beatarm im Duktus. Eben genau der richtige Pulsschlag im Zusammenspiel mit Charlemagne Palestine.

Stehkonzert




© Ingo Scheffler & Stefan Petkoff

© Ingo Scheffler & Stefan Petkoff

Perlonex + Charlemagne Palestine: Part one