Freitag
25. September 2009

Klangraum Krems Minoritenkirche

Nihilist Spasm Band

John B. Boyle: elektrisches Kazoo, Daumenpiano, Perkussion; John Clement: Bassgitarre, Perkussion; William A. Exley: Stimme, Instrumente; Murray Favro: Gitarre, Perkussion; Art Pratten: Pratt-a-various, Wasserpfeife;  Ehrenmitglied Aya Onishi: elektrisches Kazoo, Schlagzeug

Worte lassen sich auch zerfetzen, Bedeutungen verdrehen und Dogmen unterminieren. In ihren verbalen Ausritten beschimpft die Nihilist Spasm Band (NSB) jegliches politische Hegemonialstreben. Against confession and stupidity everywhere. Ein störrischer Aufschrei, angetrieben und gehetzt von Improvisationen, die jeden Moment zu implodieren scheinen.

Seit mehr als 40 Jahren gibt sich die kanadische Nihilist Spasm Band unbelehrbar. Zahlreiche Instrumente entstanden im Eigenbauverfahren. Ein E-Bass etwa, der aus eineinhalb Klavier- und zwei Bass-Saiten zusammengestoppelt ist. Oder ein elektrisch verstärktes Riesenkazoo. Probenarbeit wird strikt abgelehnt, das Brüchige in der Musik dagegen forciert und unvermeidliche Strukturbildung sogleich wieder unterlaufen. Bloß eine einzige Kontinuität gilt. Jeden Montag wird öffentlich gespielt. Seit 1974.

Gegründet wurde die Noise Band von Hugh McIntyre, John Clement, John Boyle, Bill Exley, Murray Favro, Archie Leitch, Art Pratten und Greg Curnoe bereits 1965 in London, Ontario. Leitch zog sich inzwischen zurück, während Curnoe 1992 bei einem Autounfall umkam und McIntyre mittlerweile an Herzversagen starb. Die übrigen Bandmitglieder dagegen treten unentwegt auf. Erst kürzlich nach Teilnahme an Festivals in Japan und Auftritten in Mulhouse, Paris, Genf, Amsterdam und London waren sie auf ihrer ersten USTournee. Fluxus und Dada fahren miteinander Schlitten, sobald William “Bill” Exley ausdruckslos zu deklamieren beginnt, während die übrigen Nihilisten uns die Ohren pieksen.

Sitzkonzert

© Don Vincent

© Don Vincent

Nihilist Spasm Band