Samstag
03. Oktober 2009

Klangraum Krems Minoritenkirche

Mira Calix + Sarah Nicolls Piano – Non Piano – Hyperpiano

Mira Calix: Piano, Elektronik; Sarah Nicolls: Piano, Electronik

Fragile Klavierstücke, die sich zu feinen, manchmal melancholisch anmutenden Klangreisen entwickeln, werden verwoben mit elektronischen Miniaturen. Die Vorhänge zwischen Ambient-Pop und Konzepten Neuer Musik wirken hauchdünn.

Mira Calix, die auch unter ihrem ursprünglichen Namen Chantal Passamonte bekannt ist, und Sarah Nicolls begegnen sich im Schnittfeld unterschiedlicher Musikauffassungen. Beide arbeiten mit der auf Neue Musik spezialisierten London Sinfonietta zusammen. Ihr Hauptaugenmerk aber gilt der Erforschung und Weiterentwicklung der Soundpalette, einerseits am akustischen Piano durch mechanische Manipulationen oder elektronisches Processing, andererseits vor allem durch komponierte elektronische Musik auf der Basis eigens dafür geschriebener Software.

Seit 2005 spielen Mira Calix und Sarah Nicolls im Trio „Alexander’s Annexe“ gemeinsam mit dem Sound Designer David Sheppard. Mira Calix, die zu den Artisten des Warp Labels gehört und auch mit Pop-Gruppen wie Radiohead oder Aphex Twin tourte, schafft melodische Texturen aus montierten Samples, die passagenweise von feinen Störgeräuschen unterfüttert sein können, auf Klavier-Loops aufbauen oder Gesänge eines lokalen Jugendchors zitieren. Eine ihrer Einspielungen baut auf der Studie von 150 Insektensounds auf. Dagegen experimentiert Sarah Nicolls als gefragte Pianistin in der zeitgenössischen Musik mit verschiedenen Spielarten der Live-Elektronik. Gemeinsam bewegen sich die beiden entlang einer musikalischen Tangente, die man als ausgehend vom Klang des klassischen Klaviers als „Expanded Piano” bezeichnen könnte. Oder eben Hyperpiano.

Stehkonzert

© Mira Calix & Sarah Nicolls

© Mira Calix & Sarah Nicolls

Mira Calix - I maybe over here