Freitag
25. September 2009

Klangraum Krems Minoritenkirche

Mäuse feat. Max Müller

Tex Rubinowitz: Gesang, Geige; Gerhard Potuznik: Gitarre; Philipp Quehenberger: Orgel; Didi Kern: Schlagzeug; Support: Max Müller: Gesang

Der Auftakt verspricht gar schräg und poppig zu werden. In der Kernbesetzung bestehen Mäuse aus dem Elektroniker Gerhard Potuznik sowie dem Cartoonisten Tex Rubinowitz. Deren gemeinsamer musikalischer Bastard lässt sich treffend als „Elektroclash“ umschreiben. Ein wilder Mix, der Pop derart auf seine triviale Essenz zurückführt, dass sämtliche Anspielungen aus ihrem falschen Glanz heraus wieder neu erstrahlen. Seltsame Musik, die befremdlich vertraut klingt. Dass die Drum Machine phasenweise ins Stottern kam, scheint angesichts der Re-Union der Mäuse längst vergessen. Noch dazu in der hier erweiterten Besetzung als All-Star-Band. Mit dem souveränen Knöpfedreher Philipp Quehenberger, dessen Beat-Gewitter oft im Rückwärtsgang dahinschmieren, sowie mit dem von Fuckhead und Wipeout kommenden Didi Kern, der Electro House-Phrasierungen auf dem Sampler misshandelt wie in einem heruntergekommenen Lo-Fi Studio. Als Guest Star steht der Berliner Dichter, Sänger und Komponist Max Müller auf der Bühne. In seiner Stammband Mutter treibt er seine Stimme in existentialistische Abgründe, gerne aber frönt er zwischendurch immer wieder der leichten Muse. Stets mit höchst merkwürdigem Textmaterial. Die Mäuse schütteln Elektronik pur ab zugunsten verbogener Synthie- und Garage-Beats, On Top Melodien, die phasenweise ins Pathos stürzen. Der Rahmen von Pop wird so weit gedehnt, bis jeglicher Ernst in einem schillernden Fragezeichen mündet.

Sitzkonzert

© Hertha Hurnaus

© Hertha Hurnaus