Samstag
04. Oktober 2008

Klangraum Krems Minoritenkirche

Pere Ubu

David Thomas: Stimme; Keith Moliné: Gitarre; Robert Wheeler: EML Synthesizer, Theremin, Keyboard; Michele Temple: Bass; Steve Mehlman: Schlagzeug

Muss man Pere Ubu, die Pioniere des Art Punk wirklich vorstellen? 1975 in Cleveland, Ohio, der Stadt der Schwerindustrie, gegründet, wurde Pere Ubu rasch als das fehlende Glied zwischen Velvet Underground und Punk identifiziert, eine Band, die die Mechanismen der Popmusik aufgriff, um sie zu dekonstruieren. Die Band um den charismatischen, milde gesagt korpulenten Sänger David Thomas, der lieber von Avant Garage spricht als von Art Punk, spielt eine expressive und explosive Mischung aus Midwest Garage Rock, musique concrète, auseinander fallenden Songstrukturen und schrägem Gesang – theatral und surreal, sinnfrei im Gefolge von Alfred Jarrys großem König Ubu. Man muss nicht so weit gehen wie Edwin Pouncey, der in The Wire schrieb: “Sie sind die größte Rock’n’Roll Band dieses Jahrtausends, und vermutlich auch des nächsten“, um in die Bewunderung für eine musikalische Haltung einzustimmen, die es erlaubte, Wirklichkeiten in einem anderen Blickwinkel zu sehen. Obwohl die Besetzung der Band im Lauf der Jahre öfters wechselte – Mayo Thompson von Red Krayola, Chris Cutler von Henry Cow waren u.a. dabei. So rekrutierte David Thomas seine Musiker immer wieder aus Cleveland, um auf ein gemeinsames Vokabular an Erfahrungen über die Stadt und über Amerika zurückgreifen zu können. Das Konzert in Krems bringt hauptsächlich Musik der letzten, hoch gelobten CD „Why I Hate Women“, ein eher dunkles Album, nur gelegentlich scheint das Licht eines Liebesliedes durch. „This in an irony-free recording“ steht im Booklet. Wir werden sehen….


http://ubuprojex.net/

© Lex van Rossen

© Lex van Rossen

Pere Ubu - Caroleen