Samstag
11. Oktober 2008

Klangraum Krems Minoritenkirche

Faust

Hans-Joachim Irmler: Keyboard; Michael Stoll: Bass, Flöte; Jan Fride Wolbrandt: Schlagzeug, Perkussion; Lars Paukstat: Perkussion, Harmonika, Gesang;
Steven Wray Lobdell: Gitarre; John Silk: Sound;

Mit Faust, gegründet 1971 in Hamburg, kehrt die vielleicht einflussreichste aller deutschen Bands erstmals nach ihrem legendären Auftritt beim donaufestival vor zwei Jahren nach Österreich zurück, Teile des damaligen Konzertes wurden jüngst auf "Kleine Welt" (Ektro Records) veröffentlicht.

Künstler wie Radiohead, Godspeed! You Black Emperor und selbst die Red Hot Chili Peppers zitieren die Gruppe als wichtige Inspiration. Julian Cope beschrieb Faust in seinem wichtigen Reader "Krautrocksampler" als wohl mysteriöseste aller Bands und hat dabei nicht ganz Unrecht: Kaum ein musizierendes Kollektiv der 70er Jahre erhob die politische und ästhetische Entropie in der alternativen Kultur dieser Zeit so eindringlich zum Markenzeichen, eine Tatsache, die auch zum frühen Zerfall der Band in der Mitte des Jahrzehnts führte. Nach einer längeren Pause im Schaffensprozess kam die Formation in den neunziger Jahren auf die Bühnen des internationalen Musikgeschehens zurück - mit "Rien", produziert von keinem anderen als dem damals jugendlichen Jim O'Rourke. Seither machte man sich einen Namen für rare, explosive und verwirrende Konzerte, gerne auch mal unter dem massiven Einsatz von Pyrotechnik und Strohhäckslern.

Für Ende 2008 wird das überfällige neue Studioalbum von Faust auf dem bandeigenen "Klangbad"-Label erwartet, eine Reminiszenz auf die Wurzeln der Kapelle im primitivistischen Garagenrock der Monks und der Troggs: Keine Frage, diese Band hat nichts vom radikalen Geist der Anfangszeit eingebüßt!

© Claudio Hils

© Claudio Hils

Ein neuer Tag