Freitag
10. Oktober 2008

Klangraum Krems Minoritenkirche

Arnaud Paquotte Nocturnes électriques

Nach Arnold Schönberg kommt Kunst nicht von Können, sondern von Müssen.

 Arnaud Paquotte’s Maschinenobjekte sind gleichzeitig Spielzeug wie auch Instrument – sie  können zwar nichts, aber müssen viel und können nicht anders: nämlich elektrische Impulse und Ströme in Bewegung verwandeln. Ihre Bewegungen haben etwas Zartes, Poetisches aber auch ungeheuer Intensives; es sind wahrhaft  elektrische „Nocturnes“, die der französische E-Bassist und Klangkünstler in den Raum stellt. Sie erzählen keine Geschichten, sondern verkörpern den Archetypus von Beziehungen zwischen mechanischen Subjekten. Paquotte kreiert intensive Spiele für seine Maschinen, die manchmal desperate, heitere, oder auch ein wenig lächerliche Versuche anstellen, ihre Bewegungen zu koordinieren. So verfolgt eine Kreatur den eigenen Schwanz, andere streiten miteinander, bleiben stecken, während wieder andere wütend um sich schlagen. Endloses Warten kann zu einem sinnlosen Zornausbruch führen, aber alle Handlungen, Klänge und Lichter bewegen sich hin zu einer großen, traumhaften Choreographie voller Poesie.
Arnaud Paquotte ist Musiker und Erfinder von Klangskulpturen, wobei er deren Erweiterung mit Live-Performance, Licht und Bewegung sucht. Seine nach Zufallsprinzip agierenden Klangmaschinen sind ihren eigenen unberechenbaren Handlungen innerhalb ihres elektrifizierten Raumes ausgeliefert.

© Arnaud Paquotte

© Arnaud Paquotte