Freitag
05. Oktober 2007

Klangraum Krems Minoritenkirche

Mitterer, Monolake & Lillevan “running boxes“

Wolfgang Mitterer (A): Elektronik
Robert Henke aka Monolake (D): Turntbl
Lillevan (D): Visuals

"Ich muss zugeben, dass ich ein gewisses Wonnegefühl habe, wenn Energie von der Bühne kommt. ...Gestalthaft, ja überhaupt gestaltfähig wird Musik für mich erst, wenn sie einen gewissen Drive und eine gewisse Geschwindigkeit bekommt". So Wolfgang Mitterer in der Wiener Stadtzeitung „Falter“ seine „persönliche Lust am Lärm“: jenen Hang zu brodelnder Unrast, zu komplexen Materialschichtungen und -verdichtungen, die zum Markenzeichen des 49-jährigen Organisten, Synthesizer-Spielers und Komponisten geworden sind. Auch im Zuge seiner Erstbegegnung mit Monolake, dem Berliner Soundelektroniker-Duo, hinter dem heute de facto Robert Henke als Alleinverantwortlicher steht, und dem in Irland aufgewachsenen Wahl-Berliner Medienkünstler Lillevan, bekannt u. a. für die „Rechenzentrum“-Visuals, will es Mitterer „krachen lassen, damit es nicht im Esoterischen hängen bleibt.“
Kennen gelernt haben Mitterer und Monolake einander kürzlich anlässlich paralleler Soundinstallationsprojekte in der Philharmonie Luxemburg. Nun arbeitet man daran, die drei kreativen Digitaluniversen – versteckt in den „Running Boxes“, den Hüllen der Computer-Hardware – einander anzunähern: die kulinarischen, oft dub-lastigen Club-Beats von Monolake, die dekonstruierten, rekontextualisierten Filmfragmente von Lillevan sowie Mitterers abstrakte Soundfluten. Wobei die Feinabstimmung nicht zu weit getrieben werden soll. Denn, so Mitterer: „Optimal ist es, wenn drei Menschen an bestimmten Punkten durch Zufall oder Intuition zu Gemeinsamkeiten kommen, die nicht erdacht oder komponiert werden können. Das sind die Trance-Momente sowohl für die Performer als auch für das Publikum.“

© NOE Festival

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