Samstag
30. September 2006

Klangraum Krems Minoritenkirche

Alchemie Thomas Köner & Jürgen Reble



FILM- UND KLANGPROJEKTION

Die Aufführung von Alchemie umfasst eine ca. einstündige Film- und Klangprojektion. Das Grundmaterial dieses Werkes zersetzt sich während der Alchemie, es vergeht. Jede Aufführung ist daher einmalig und einzigartig. Während der Projektion entstehen zunächst kaum wahrnehmbare Formen, aus dem Nichts hervorgehoben und langsam pulsierend. Allmählich sich offenbarende Strukturen werden brüchig, gewinnen mehrdeutige Formen, streben in die abstrakte Metrik der Filmemulsion. Die Auflösung des Filmträgers ist unaufhaltsam und trifft die Performance auf ihrem Höhepunkt: Die Projektion verbrennt die Bilder und beendet sich selbst. Das Material, aus dem sich das Werk entfaltet, ist eine vorbereitete 10m lange Filmschleife. Diese Schleife wird während ihrer Projektion zunächst mechanisch bearbeitet und anschließend mit verschiedenen Chemikalien behandelt. Ihre Gestaltung und Auflösung ist sichtbar. Die damit verbundenen Geräusche führen zu einem musikalischen Prozess. Positioniert im Klangraum: die harmonischen Spektren der Projektionsmaschinen, vibrierend. Das Zischen und Dampfen der Chemikalien, durch Mikrofone verstärkt, formbar gemacht durch Eingriffe in die Binnenstruktur des Klangs. Klangfarbe als fließendes Relief den Bleichungen des Bildes konform - schließlich zersetzt in spröde Partikel - zu Staub.

www.koener.de
www.filmalchemist.de

© Alchemie

© Alchemie