Samstag
15. Oktober 2005

Klangraum Krems Minoritenkirche

The Necks Austral



Diese Musik kommt buchstäblich aus dem Nichts; ihr Ausgangspunkt ist pure Konzentration, Warten, Stille – eine Stille, die sich rasch auf das Publikum überträgt und manchmal einen Punkt fast unerträglicher Spannung erreicht, bis einer der Musiker einen winzigen musikalischen Gedanken artikuliert: ein kurzes rhythmisches Motiv des Schlagzeugs vielleicht; eine knappe melodische Floskel, eine Intervallkonstellation am Klavier; ein fragmentarisches Riff am Kontrabass. Alles Folgende entfaltet sich aus dieser Keimzelle, die das gesamte etwa 60 Minuten lange Stück trägt, und entwickelt einen unwiderstehlichen Sog. Die Laufbahn der Necks liest sich in ihrer langsamen, aber stetigen Schrittfolge wie eine Metapher ihrer Musik. Die Musiker, jeder für sich ist auch in andere Projekte eingebunden, treffen sich ein- bis zweimal im Jahr zu längeren Arbeitsphasen für Konzertreisen und Studioaufnahmen. Ohne sich einem schnellen, äußeren Erfolgsdruck zu unterwerfen, hat das Trio seine unvergleichliche Spielweise kontinuierlich verfeinert. Inzwischen genießt die Band Kultstatus. Einerseits anknüpfend an Pioniere des musikalischen Minimalismus wie Terry Riley, Steve Reich, La Monte Young und Charlemagne Palestine, klingen andererseits Erfahrungen mit Rock und Popmusik durch, mit deutschem Trancerock à la Can, mit James Brown, Dub Reggae, den Endlosschleifen der Art Rock-Gruppe This Heat, und sicherlich wirkte die kühle, lockere Eleganz von Bill Evans oder Miles Davis inspirierend. Dennoch bleibt die Musik von The Necks unvergleichlich: Sie ist ebenso hypnotisch wie wach, ebenso lässig wie präsent. www.thenecks.com


© The Necks

© The Necks