Samstag
01. April 2017

Klangraum Krems Minoritenkirche

Beginn: 16:00
Film: TOMORROW - DIE WELT IST VOLLER LÖSUNGEN
Kino im Kesselhaus
(Kinoticket € 7,50 / mit gültigem IMAGO DEI-Ticket € 6,50)

Beginn: 19:00
16,- / 14,-

Vortrag: Leo Zogmayer
Moderation: Hubert Gaisbauer

Performances von:

Akio Suzuki (Analapos)

Hiromi Miyakita (Tanz)

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Leo Zogmayer, Akio Suzuki & Hiromi Miyakita ECHOS DER GEGENWART


Kunst und Religion folgen in sehr ähnlicher Weise einem elementaren Traum: Welt und Leben im Original zu sehen, nicht als blasse Kopie, nicht als Second Life Simulation, sondern wirklich, nackt – und sie zu feiern – wie John Cage formuliert hat: „If you celebrate it, it’s art“. Auch Ludwig Wittgenstein verwendet zur Charakterisierung von Kunst ein Wort, das uns normalerweise eher in religiösen Kontexten begegnet. „Der Künstler“, sagt Wittgenstein, „ist Realist, er wiegt in keinen schönen Traum ein, sondern erlöst die Welt, indem er sie sieht, wie sie ist“. Solch enthüllende Sicht der Dinge ist nur jetzt möglich. Jetzt-Zeit steht nicht für ein messbares Zeitsegment, sondern für kreative, visionäre Transformation der gelebten Zeit. Der Kremser Künstler Leo Zogmayer zeigt in seinem Vortrag Affinitäten von Kunst und Spiritualität auf. Er begleitet seine Ausführungen mit Bildbeispielen und stellt seine aktuellen Planungen für die Berliner Hedwigskathedrale vor, mit deren künstlerischer und raumliturgischer Gestaltung er als Preisträger eines europaweit ausgeschriebenen Wettbewerbs befasst ist.

Gemäß einer alten japanischen Weisheitsgeschichte beginnt der Fischer mit dem Fischen von Karpfen und endet mit dem Fischen von Karpfen. Beobachtungen wie diese macht der japanische Klangarchitekt Akio Suzuki zum Ausgangspunkt für seine Erkundungen und Entwicklungen von Klangobjekten, die wiederum zur Quelle seiner Musik werden. Als sich Suzuki in den Sechzigerjahren bei „Self-Study Events“ mit dem Phänomen von Impuls und Nachhall sowie mit den Klängen der Natur beschäftigte, entwickelte er eine Art Echo-Instrument, genannt Analapos. Es besteht aus einem Spiraldraht und zwei Zylindern, die zu Resonanzkörpern werden, wenn die Hand oder die menschliche Stimme dem Instrument Impulse geben. Analapos setzt sich aus „analog“ und „postmodern“ zusammen und bezeichnet analoges Hören im digitalen Zeitalter.

Das Sprichwort von den Fischern und den Karpfen deutet Suzuki so, dass es immer wichtig ist, sich an Anfänge zu erinnern: „Sogar nach einer Revolution beginnen die Dinge mit der Zeit im Sand zu verlaufen. Um einen Prozess weiter zu verfolgen, messen wir ihm Bedeutung bei, bis er zu einem Ritual wird, ihm ,Flossen wachsen‘ und zu einer aberwitzigen Situation wird, die letztendlich in die Zerstörung führt.“ Suzuki lauscht dem Analapos trotz dessen starker Weiterentwicklung zu einem großformatigen Mechanismus immer wieder in demselben Geist, in dem es erschaffen wurde. Um diesen innersten Kern des Prozesses zu treffen, müssen Suzuki und die Tänzerin Hiromi Miyakita in ihrer Performance „sowohl gemeinsam als auch einzeln unsere Sinne öffnen und in die Tiefen unserer Seele vordringen“.

In Kooperation mit dem Katholischem Bildungswerk Krems.

Begleitprogramm:
FILMPROGRAMM KINO IM KESSELHAUS: SA., 1. APRIL, 16:00
(Kinoticket € 7,50 / mit gültigem IMAGO DEI-Ticket € 6,50)
TOMORROW - DIE WELT IST VOLLER LÖSUNGEN
>>FRANKREICH, 2015 >> REGIE: MELANIE LAURENT, CYRIL DION
Für ihren mitreisenden Dokumentarfilm reisten Melanie Laurent und Cyril Dion in zehn Länder, um
herauszufinden, welche Losungen wir brauchen, um den globalen ökologischen Kollaps aufzuhalten.

Tickets für den Film sind auf www.kinoimkesselhaus.at erhältlich.

Homepage:
Leo Zogmayer
Hiromi Miyakita

© Promo

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© Hideyuki Miyaoka

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