Montag
17. April 2017

Klangraum Krems Minoritenkirche

Beginn: 19:00

CONCERTO ROMANO
Carla Nahadi Babelegoto
(Mezzosopran)
Jacopo Facchini
(Countertenor)
Luca Cervoni
Andres Montilla Acurero
(Tenor)
Giacomo Farioli
(Bass)
Serena Bellini
(Flöten)
Giovanni Battista Graziadi
(Flöten & Dulzian)
Ermes Giussani
Mauro Morini
David Yacus
(Posaunen)
Giovanni Bellini
Francesco Tomasi
(Renaissancelaute & -gitarre)
Andrea Buccarella
(Orgel)
Massimiliano Dragoni
(Perkussion)
Alessandro Quarta
(Leitung & Gesang)

Werke Aus Dem Italien Des 16. Jhdt.

KAT I: 33,- / 30,-
KAT II: 29,- / 26,-

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Concerto Romano Klänge aus Luthers Rom

Der Rom-Pilger, Augustiner-Eremit und Priester Martin Lüder (oder Luder, erst später Luther, 1483 – 1546) aus Erfurt legte in der Heiligen Stadt eine Generalbeichte ab und bat auf der Heiligen Treppe am Lateran kniend um Vergebung seiner Sünden und Befreiung seiner verstorbenen Verwandten aus dem Fegefeuer. Vor dem Ordensgeneral verteidigte er das Projekt der Vereinigung der strengen und liberalen Augustinerklöster. Neben den geistlichen Verrichtungen erlebte Luther das weltliche Rom. Er wohnte in einer Augustinerunterkunft für deutsche Pilger, die auch karitative Anlaufstelle für Prostituierte war. Welche Musik aber hörte der junge deutsche Geistliche, der ein geübter und begeisterter Sänger und Lautenist war, in Rom?

Dieser Frage geht das Ensemble Concerto Romano mit einer vielschichtigen Vitalisierung von Kompositionen und musikalischen Formen nach, die zu Luthers Zeit in Rom aufgeführt und gepflegt wurden. In der Kirchenstadt vollzog sich damals die Transformation von der lange vorherrschenden Polyphonie der flämischen Meister hin zu einer neuen, vom Melos geprägten und kantable Linien vereinigenden Vielstimmigkeit. Luther, der die Musik des Flamen Josquin Desprez verehrte, erlebte in Rom wohl nicht nur Musik in dessen Stil, sondern auch schon elegante und melodiöse Motetten und Messgesänge der neuen italienischen Schule von Petrus Roselli und Costanzo Festa. Im Wechselspiel mit den Vokalisten setzt Concerto Romano dabei auch die damals in Rom üblichen Instrumente wie Dulcian, Laute, Flöten und Posaunen ein.

In Rom waren aber auch schon die Laudes verbreitet, einfach harmonisierte Melodien mit geistlichen Texten in der italienischen Volkssprache, mit denen die breite Bevölkerung musikalisch mit der Kirche verbunden wurde. Laudes wurden so wie weltliche Lieder auch auf den Straßen gesungen, etwa bei Prozessionen und an Feiertagen. Durchaus möglich, dass den späteren Reformator Luther diese in Rom gehörten geistlichen Volksgesänge inspirierten, in deutschen Landen die bisher lateinisch gesungene Kirchenmusik in der Muttersprache des Kirchenvolkes zu praktizieren und den Texten eingängige, volksnahe Melodien zu unterlegen.


Im Anschluss an das Konzert lädt der Verein der Freunde der Kunstmeile Krems zum traditionellen Empfang mit Wein und Brot.

In Kooperation mit dem Verein der Freunde der Kunstmeile Krems.

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© Gari Williams

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