Freitag
24. März 2017

Klangraum Krems Minoritenkirche

Beginn: 19:00

 

CHORUS MUSICA SACRA KREMS 
& CAPPELLA MUSICA SACRA
SOLISTINNEN:

Gudrun Burghofer
(Sopran)
Johanna Unterweger
(Alt)
Gernot Heinrich
(Tenor)
Gebhard Heegmann
(Bass)
Ronald Peter
(Musikalische Leitung)

JOHANN SEBASTIAN BACH
Motetten & Reformationskantaten

CHRISTIAN LEHNERT
(Lesung aus Luthers Tischreden und eigenen Texten)


KAT I: 33,- / 30,-
KAT II:  29,- / 26,-

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Chorus Musica Sacra Krems & Cappella Musica Sacra Revolution und Reformation

"Oft hat sie mich erquickt und von schwerer Last befreit“, sagte Martin Luther über die Musik. Für ihn, der vielen Kirchenliedtexten selber Melodien gab, waren Musik und Wort zwei mächtige göttliche Gaben, die in ihrer Vereinigung als überzeugende Kraft wirken. Seine deutsche Übersetzung der Bibel wurde zur Grundlage für die Texte unzähliger Kantaten, Motetten und Chorale. Auch zwei Jahrhunderte später ging von Luthers Wort-Ton-Marke die ungebrochene Lebendigkeit für die klingende Verkündigung des Glaubens aus und fand in Johann Sebastian Bachs Kantaten, Motetten, Oratorien, Passionen und Choralen ihre mächtigste und prächtigste Erfüllung. Alles ging von Eisenach aus, wo Luther in die Pfarrschule ging, Bach zur Welt kam und aufwuchs, beide als Chorknaben der Georgenkirche sangen und Luther in der Wartburg oberhalb der Stadt als Reichsgeachteter inkognito seine Bibelübersetzung ins Deutsche auf Grundlage des hebräisch-griechischen Urtextes schuf. Damit war das „Buch mit sieben Siegeln“ für jedermann verständlich geöffnet worden.

Die Reformation war eine Revolution des Wortes und der Musik, die bis heute mit Bachs Werken fortlebt. Darüber hinaus liegt Luthers revolutionäres Potential für unsere Gegenwart in seiner Skepsis gegenüber dem „Aufstieg frühkapitalistischer Wirtschaftsformen und neuer politischer Formen im Verwaltungsstaat“, wie es der in der Bach-Stadt Leipzig wirkende Theologe, Lyriker und Essayist Christian Lehnert formuliert. Luthers Unbehagen habe darauf gegründet, „dass der Handler mit Zukunft umgeht, als wäre sie sein eigen. Wer spekuliert, der rechnet mit der Zeit“, so Lehnert, und „negiert den Augenblick“. Aber „lebendige Hoffnung gibt es nur jenseits der Sag- und Berechenbarkeit“. Wort und Ton verbinden sich auch im Eröffnungskonzert des Osterfestivals Imago Dei. Die Aufführung von Bachs grandiosen „Reformationskantaten“, deren Eröffnungschöre Höhepunkte vokal-instrumentaler Polyphonie sind, wird mit einer Lesung von Christian Lehnert aus Luthers Tischreden und von eigenen Texten begleitet.

Sie können HIER den Text zu "Hört die Signale!" von Christian Lehnert downloaden.

In Kooperation mit Kirchentonart Krems.

Homepage:
Chorus Musica Sacra Krems

© Michael Parak

© Michael Parak

© Johann Sebastian Bach; Ölgemälde von Elias Gottlob Haußmann

© Johann Sebastian Bach; Ölgemälde von Elias Gottlob Haußmann

© Jürgen Bauer

© Jürgen Bauer