Donnerstag
24. März 2016

Klangraum Krems Minoritenkirche

Beginn: 19:00
26,- / 24,-

WIENER KAMMERCHOR
Michael Grohotolsky
(künstlerischer Leiter)

AMADEUS ENSEMBLE WIEN
JOHANNES BRAHMS
Motette op.74/1
Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen
(1879)
Michael Grohotolsky
(Dirigent)

GÉRMAN TORO PÉREZ
Inciertos Dialogos
(2014)
Ernst Kovacic
(Dirigent)
Simona Venslovaite
(Solovioline)

JAMES MACMILLAN
Seven Last Words from the Cross
(1993)
Ernst Kovacic
(Dirigent)

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Wiener Kammerchor & Amadeus Ensemble Wien Die sieben letzten Worte

LIEBE spricht aus Jesus und aus der Musik. „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“ – des Heilands Worte vom Kreuz erklingen in James MacMillans Vertonung in höchster Sopran-Lage und werden von dunklen Hymnen der Männerstimmen, einem innigen Gesang der Solovioline und einem leidenschaftlichen Streicherchor vorbereitet. Im Angesicht des Todes breitet sich die Liebe aus. Es ist nicht der Tod, der den Menschen zu schaffen macht, es ist das Leben mit seinen Verlusten und Verletzungen. Die Botschaft klingt auch aus der Motette „Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen“ von Johannes Brahms, der den Anfechtungen des Hiob einen inständigen Chorsatz widmete. Am Ende bringt in der Brahms-Motette ein vierstimmiger Choral im Bach-Stil über ein Luther-Kirchenlied Erlösung: „Mit Fried und Freud fahr ich dahin.“

DER ZWEIFEL kam in der neunten Stunde. „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ Aus archaischen Urtiefen der Einsamkeit tönt die vierte Frage Jesu am Kreuz in  James MacMillans Chor-Streichorchester-Werk „Seven Last Words from the Cross“, steigt in die Transzendenz auf und kehrt zu der Stätte Golgatha zurück. In diesem Spannungsfeld werden der Wiener Kammerchor und das Amadeus Ensemble unter der Leitung von Ernst Kovacic die Wirkung von MacMillans gesamter Komposition offenbaren. Auch Brahms prägt ein „Warum“ tief  in das hörende Bewusstsein ein. „Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen“ – immer wieder klingt die Frage nach dem Sinn irdischen Leidens in die Polyphonie der menschlichen Stimmen hinein.

HOFFNUNG geben die Passionschoräle, die Mac-Millan im Moment der Jesusworte „Frau, siehe, dein Sohn!“ und „Siehe, deine Mutter!“ im zweiten Abschnitt seines Werkes in einer Weiterführung Bachs komponierte, denn beharrlich erheben sich die vierstimmigen Chorsätze über die größte Unruhe. Die Gottesanrufungen werden an diesem Abend eine irdische Suche nach einem Gegenüber einfassen. In den fünf Sätzen von Germán Toro-Pérez’ Violinkonzert „Dialogos Incietros“ befindet  sich die Solistin Simona Venslovaite auf dem Weg durch verschiedene Phasen der Begegnung mit kollektiven Klängen. Musikalische Verwirrungen, Spiegelbilder und Ahnungen führen schließlich zu einer Vereinigung von Solostimme und Orchester.

In Kooperation mit musik aktuell – neue musik in nö.

Abendprogramm

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