Samstag
12. März 2016

Klangraum Krems Minoritenkirche

16:00 Film (Kino im Kesselhaus)
IRAQI ODYSSEY
>>SCHWEIZ/IRAK/VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE/DEUTSCHLAND 2014
>>REGIE: SAMIR
Anhand der Migrationsgeschichte seiner eigenen Familie zeichnet Samir ein großartiges Portrait seines Heimatlandes Irak, das vor 60 Jahren ein moderner Staat mit einer blühenden Gesellschaft war.

19:00 Konzert
KAT I: 30,- / 27,-
KAT II: 26,- / 24,-

COMPANY OF MUSIC
Johannes Hiemetsberger
(Leitung)

JOHANN HERMANN SCHEIN:
DIE MIT TRÄNEN SÄEN

GEORG FRIEDRICH HAAS:
SCHWEIGEN – TEIL 1: FUKUSHIMA

JOHANN HERMANN SCHEIN:
SIEHE, NACH TROST WAR MIR SEHR BANGE

GEORG FRIEDRICH HAAS:
SCHWEIGEN – TEIL 2: LAMPEDUSA

JOHANN HERMANN SCHEIN:
DENNOCH BLEIBE ICH STETS AN DIR

GEORG FRIEDRICH HAAS:
SCHWEIGEN – TEIL 3: III.MLAKE

JOHANN HERMANN SCHEIN:
WAS BETRÜBST DU DICH, MEINE SEELE

ARVO PÄRT:
SUMMA / CREDO

GIACINTO SCELSI:
TRE CANTI SACRI
1. ANGELUS / 2. REQUIEM / 3. GLORIA

JOHANN HERMANN SCHEIN:
ICH FREUE MICH IM HERREN

LUIGI NONO:
SARA DOLCE TACERE

JOHANN HERMANN SCHEIN:
DIE MIT TÄNEN SÄEN

WAED BOUHASSOUN
(Oud, Gesang)
SYRISCHE LIEDER



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Company of Music & Waed Bouhassoun Die mit Tränen säen

DIE HOFFNUNG komponierte der Leipziger Thomaskantor Johann Hermann Schein während des Dreißigjährigen Krieges seinen Motetten des „Israelsbrünnleins“ ein. Die Melodik und die Harmonik wandelt sich mit den Versen des Alten Testaments vom Dunkel ins Licht, von Bangigkeit in Zuversicht, von Leid in Freude: „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.“ – „Was betrübst du dich, meine Seele? Ich harre auf Gott ... dass er meines Angesichtes Hilfe ist.“ – Die Company of Music aus Wien unter der Leitung von Johannes Hiemetsberger wird Scheins Motetten als Hoffnungsschimmer inmitten von Musik aus Kriegs- und Katastrophenzeiten aufleuchten lassen.

IHRE LIEBE, ihre Freude, ihren Schmerz, aber auch den Schmerz ihres leidenden Landes drückt die syrische Musikerin Waed Bouhassoun mit den Noten aus, die sie auf ihrer Oud spielt und singt. Tief verbunden mit ihren Wurzeln, betrachtet sie ihre Musik als Ausdruck ihrer Identität. „Die Musik ist für mich lebensnotwendig, sie bestimmt den Rhythmus meines Daseins. Sie ist die Verbundenheit mit meinem Geburtsland, mit meiner Familie, mit meinen Freunden. Sie ist alles für mich.“

DER ZWEIFEL an der Humanität folgt dem Schweigen über unfassbare Geschehnisse. Da nicht darüber gesprochen und schon gar nicht geholfen wird, möchte der österreichische Komponist Georg Friedrich Haas mit seiner Musik des Werkes „Schweigen“ an Schmerzliches, Beunruhigendes, Katastrophales erinnern. Erinnern an Fukushima, wo nach wie vor radioaktives Material aus dem AKW ins Freie gelangt und die dort noch lebenden Menschen mit ihren Nöten allein gelassen werden. Erinnern an Lampedusa, wo Bootsflüchtlinge, welche die Überfahrt bis dahin überlebt haben und nicht wie Tausende andere im Meer ertrunken sind, von Grenzschützern der EU auf der Asylsuche abgewiesen und Lebensretter wegen des Verdachts auf Förderung illegaler Zuwanderung inhaftiert werden. Erinnern an Laaken in der Steiermark, wo die SS 1945 ein Massaker an einer Bauernfamilie verübte, die Widerstandskämpfern ein Quartier gegeben hatte. Musik besinnt auf das, worüber geschwiegen oder gelogen wird. Musik bringt das Verschwiegene an die Ohren. Musik bricht das Schweigen.

In Kooperation mit Osterfestival Tirol.

Abendprogramm

© Theresa Pewal Photographie

© Theresa Pewal Photographie