Donnerstag
02. April 2015

Klangraum Krems Minoritenkirche

19:00 Konzert
Les Percussions de Strasbourg
& Ensemble Arcantus

LES PERCUSSIONS DE STRASBOURG

Olaf Tzschoppe
Keiko Nakamura
Minh-Tam Nguyen
François Papirer
Claude Ferrier
Bernard Lesage

ENSEMBLE ARCANTUS
Vera Blaha
Cordula Bürgi
Susanne Lebloch
Birgit Völker
(Sopran)
Pia Ernstbrunner
Ingrun Fussenegger
Generose Sehr
(Alt)
James Curry
Thomas Künne
Peter Peinstingl
Hubert Zöberl
(Tenor)
Lukas Haselböck
Levente Török
(Bass)

CLAUDIA DODERER
(Raum- und Lichtgestaltung)

URAUFFÜHRUNG*
Klaus Lang:
das brot des todes und das brot des lebens.
Eine Klangraumkomposition mit partiellen Übermalungen von G.P.  Palestrinas Lamentationes Jeremiae Prophetae

Iannis Xenakis:
Persephassa für sechs Perkussionisten
*Auftragswerk des Landes Niederösterreich, Abteilung Kunst & Kultur



26,- / erm. 24,-

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Les Percussions de Strasbourg & Ensemble Arcantus das brot des todes und das brot des lebens.

„Bringe uns, Herr, wieder zu dir, dass wir wiederheimkommen; verneue unsere Tage wie vor alters!“
Klagelieder des Jeremias 5, 21


Die Wanderung der Sonne versinnbildlicht Ostern. Vom Sonnenuntergang zum Sonnenaufgang komponiert Klaus Lang in seinem Werk für das Osterfestival Imago Dei entlang einer West-Ost-Achse die musikalischen Strukturen. Untergang und Aufgang, Tod und Auferstehung ereignen sich in Kreisbewegungen. Sie werden in der Komposition „das brot des todes und das brot des lebens.“ durch „die Verwendung von zwei entgegengesetzten Zahlenproportionssystemen für alle formalen Gliederungen abgebildet“, so der österreichische Komponist, „einerseits durch die westliche Tetraktys (1:2:3:4), andererseits als Gegensatz durch die östliche 3:5:7-Proportionierung.“ Die Zahl p, auf der alle musikalischen Texturen in Langs Werk beruhen, wird zum Symbol für den österlichen Kreis von Tod und Auferstehung, für die Wanderung der Sonne und für die Unendlichkeit. Der gesamte Text aus den „Lamentationes“ verwandelt sich in Klaus Langs Komposition in die rhythmische Struktur für das perkussive Geschehen. Darüber legen sich sieben vokale Flächen des Chores und drei Erscheinungen von Palestrinas Originalkomposition der „Lamentationes“.

Die Wanderung des Klanges hat Iannis Xenakis in „Persephassa“ für sechs Perkussionisten einkomponiert. Die Zeit wird hier zum Raum, der nicht statisch ist, sondern sich durch die musikalischen Bewegungen ständig verändert und sich im Fluss befindet. Die Musik übernimmt die Bewegung für das Publikum, das in der Mitte der Minoritenkirche sitzt und von den sechs Schlagzeugern und ihren Instrumenten sowie vom Klang umkreist werden wird. Die Musik in „Persephassa“ schafft Räume, indem der Rhythmus in verschiedenen Tempi geschichtet wird, sie schafft Dichte und Transparenz durch die Intensität der Klanggebung, sie schafft Dunkel- und Helligkeit durch düstere Schläge und glitzernde Klänge. Es ist Persephone, die zwischen Unterwelt und Erde, zwischen Dunkelheit und Licht, zwischen Winter und Sommer wandert. Die immer wieder vom Reich der Toten aufersteht.

Raum- und Lichtgestaltung Claudia Doderer:
Die dreiteilige Formstruktur von „Persephassa“ ist die Grundlage für Claudia Doderers Raum-und Lichtgestaltung, die auf der Idee basiert, einen neuen Raum im bereits bestehenden Raum zu etablieren. Doderer: „Die Anordnung der Lichtquellen entspricht einer Kristallstruktur. Das Licht bricht sich an einem dreidimensionalen Papierobjekt, welches im Mittelschiff über dem Publikum platziert ist.“

© C. Michaillard

© C. Michaillard

© Helene Waldner

© Helene Waldner