Freitag
20. März 2015

Klangraum Krems Minoritenkirche

18:30 - 20:00 Lesung und Podiumsdiskussion
Lesung: Najem Wali aus seinem Roman "Bagdad Marlboro"
anschließend
Podiumsdiskussion "Die Erfindung der Islamischen Welt"
Gudrun Harrer
(leitende Redakteurin „Der Standard“ Diskussionsleitung)
Tarik A. Bary
(Sprachwissenschafter)
Bert Fragner
(Iranist)
Najem Wali
(Autor)

In Kooperation mit ELit Literaturhaus Europa

20:30 Konzert

Hossein Alizadeh & Madjid Khaladj

Improvisation Persischer Musik

Hossein Alizadeh
(Tar, Setar)
Madjid Khaladj
(Tombak, Daf, Zang)


26,- / erm. 24,-



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Hossein Alizadeh & Madjid Khaladj Das Mekka im Herzen

18:30 – 20:00 Uhr
Lesung von Najem Wali,
anschließend
Podiumsdiskussion unter dem Titel „Die Erfindung der Islamischen Welt“ mit Mag. Dr. Gudrun Harrer, Tarik Bary, Prof. Dr. Bert Fragner, Najem Wali

Bagdad Marlboro

Ein Jahr nach dem Einmarsch der US-Marines in den Irak im April 2003 kontaktiert ein mysteriöser Amerikaner den Erzähler in Bagdad. Was will der Mann, der sich in ein hochgefährliches Viertel der Hauptstadt hineingewagt hat? Daniel Brooks, ein ehemaliger Leutnant der US-Armee, der in der Zeit des ersten Golfkriegs an einer Tötung wehrloser irakischer Soldaten beteiligt war, möchte dem Erzähler die Notizen von dessen Dichterfreund Salman übergeben: ein Heft, das er in der Wüste Saudi-Arabiens gefunden hat. Darin verzeichnet sind die Träume und Wünsche aller Soldaten von Salmans ehemaliger Einheit. Um Buße zu tun, will Brooks die Namen der Opfer vor dem Vergessen retten, doch seine Mission ist ein Wagnis: Kurz nach dem Treffen wird er entführt und der als Verräter verdächtigte Erzähler muss sich entscheiden, Tod oder Leben. In seinem neuen großen Roman über Freundschaft, Verrat und Schuld zeigt der heute in Berlin lebende irakische Schriftsteller Najem Wali, wie leicht und blind sich die Geschichte wiederholt - und wie man mit Literatur dagegen ankämpfen kann. Den Roman „Bagdad Marlboro“ stellte die Literaturkritik auf eine Stufe mit Erich Maria Remarques Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“.

Die Erfindung der Islamischen Welt
Der westliche Diskurs über den „Islam“ und „die Islamische Welt“ im Westen sagt oft mehr über die Sprecher aus als über das Objekt des Sprechens. Das ist nicht neu - aber angesichts des Aufkommens des radikalen Jihadismus vom Schlage eines „Islamischen Staats“ erlebt besonders die Essenzialisierung des Islam als „anders“ neue Blüten. Vier Autoren und Wissenschafter mit Wurzeln diesseits und jenseits des „Mare Nostrum“ reden über ihren gemeinsamen Raum.


20:30 Uhr Konzert
„Begib dich auf die Wallfahrt vom Ich zum Selbst, mein Freund ... Solch eine Wallfahrt verwandelt die Welt in eine Goldgrube.“
Dschalal ad-din Ar-Rumi (1207–1273)


Auf die Pilgerschaft zu sich selbst begeben sich Hossein Alizadeh und Madjid Khaladj. Auf der Welle ekstatischer Impulse lassen sich die Musizierenden in ihr Inneres treiben. Ihr Mekka liegt im Herzen. Es entsteht „eine Konzentration an Kreativität, die aufblüht und immer wieder jene zeitlosen Momente hervorbringt, welche die der iranischen Musik zugrunde liegende Mystik offenbart“, so der iranische Trommler Madjid Khaladj, der sich gemeinsam mit Hossein Alizadeh in das Hier und Jetzt versenkt. Hossein Alizadeh spielt auf den Langhalslauten Tar und Setar. Er gilt als der unbestrittene Meister („Ostad“) der persischen Musik und als einer der Bewahrer der „Radifs“. Die Musiker komponieren aus dem Moment heraus in der Improvisationskunst des „Bedaheh Pardazi“. Darin ergänzen sich, so Khaladj, „Freiheiten und Restriktionen auf eine Art und Weise, die unendliche Möglichkeiten der Neuinterpretation von Strukturen und musikalischen Gattungen zulässt.“

Sie pilgern seit eineinhalb Jahrtausenden durch die persische Musik, aus dem spätantiken persischen Großreich der Sassaniden in unsere Gegenwart: die „Radifs“, traditionelle melodische Figuren. Sie erhiel ten und erhalten sich durch die mündliche Weitergabe der „Ostads“ an ihre jeweiligen Schüler. Die Melodien bewegen sich innerhalb der persischen Tonsysteme der „Dastgahs“ und wandern auf vielen Pfaden durch sie hindurch. Die wirbelnde musikalische Virtuosität geht in Verzückung über. Die zum Ritual gesteigerten Rhythmen jedes „Radifs“ wurzeln in den Versen und Metren der persischen Literatur. Anlässlich der Auf nahme von „Radif“ in die Repräsentative Liste des im materiellen Kulturerbes erklärte die UNESCO: „Dieser reiche Schatz liegt im Herzen der iranischen Musik und reflektiert die kulturelle und nationale Identität der iranischen Menschen.“



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Three Instances Of Light