Samstag
05. April 2014

Stift Melk - Kolomanisaal

19:00 Lesung & Konzert
PETER SIMONISCHEK
Solisten des Klangforum Wien und der Camerata Salzburg
Annelie Gahl (Violine)
Rafal Zalech (Viola)
Andreas Lindenbaum (Cello)
Bernhard Zachhuber (Klarinette)
Christoph Walder (Horn)
Hsinhuei Huang (Klavier)

Olivier Messiaen:
Improvisation über Appel Interstellaire für Horn solo aus des canyons aux etoiles (1971-74)

Hermann Hesse :
Im Nebel (1908)
Vergänglichkeit (1919)

Rainer Maria Rilke:
Herbsttag (1902)

Olivier Messiaen:
La grive-musicienne (Singdrossel)
L‘alouette des champs (Feldlerche)
für Klavier solo aus Catalogue d‘Oiseaux (1956-58)

Jean Giono:
Der Mann mit den Bäumen, Teil 1 (1953)

Olivier Messiaen:
Theme et variations für Violine und Klavier (1932)

Jean Giono:
Der Mann mit den Bäumen, Teil 2 (1953)

Krzysztof Penderecki:
Sextett für Klarinette, Horn, Violine,
Viola, Violoncello und Klavier (2000)

In Kooperation mit Stift Melk & Tischlerei Melk Kulturwerkstatt
(Karten auch in beiden Institutionen erhältlich)


29,- / erm. 26,-

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Peter Simonischek, Solisten des Klangforum Wien & der Camerata Salzburg Der Mann mit den Bäumen

Die Bäume gediehen prächtig. Ein Schäfer pflanzte in einer kargen Berglandschaft in der französischen Haute-Provence über Jahrzehnte hinweg Eichen, Buchen, Birken. Der wachsende Wald brachte Wasser zum Fliesen und löste eine wunderbare Kettenreaktion aus. Gemüse und Blumen sprossen. Menschen siedelten in der vormaligen Einöde. „Aus einer Wüste wurde ein gelobtes Land“, schilderte der französische Romancier Jean Giono (1895–1970) in seiner Erzählung „Der Mann mit den Bäumen“: „Menschen können eine gottgleiche Macht haben“ – und ein Paradies auf Erden schaffen. Für Peter Simonischek hat diese Erzählung, die er im Kolomanisaal von Stift Melk nahe dem klösterlichen Paradiesgärtlein lesen wird, „durch die immer dramatischere Umweltsituation, die ergebnislosen Klimagipfel und durch die Ausbeutung der Ressourcen an Aktualität gewonnen. Es ist ein ganz und gar unaufgeregter Text über einen Mann, der ein einzigartiges Mittel gefunden hat, um glücklich zu sein.“

Ein kleines Paradies im Südosten von Polen: In der Ebene von Lusławice erhebt sich ein Wald aus chinesischen Lärchen, nordamerikanischen Magnolien, Birken vom Himalaja, Tannenbäumen, libanesischen Zedern, Ahornbäumen aus China und amerikanischen Blumen-Hartriegeln. Der Komponist Krzysztof Penderecki pflanzt seit vielen Jahrzehnten Bäume und hegt an seinem Wohnsitz ein Arboretum. „Für mich sind Bäume wie Musik, sie geben uns eine Möglichkeit, uns zu vervollständigen, zu ergänzen, zu erfüllen.“ Eine große Kammermusik von dem Mann, der Bäume pflanzt, erklingt zur Geschichte von dem Mann, der Bäume pflanzte: MusikerInnen des Klangforums Wien und der Camerata Salzburg spielen in Melk Pendereckis Sextett. In den Abend eingepflanzt Gedichte über Bäume, die Penderecki in seiner 8. Symphonie vertonte, und Stücke von Olivier Messiaen, der in den französischen Alpen, wo auch Gionos Erzählung angesiedelt ist, sein Refugium zum Komponieren hatte.

Peter Simonischek © Reinhard Werner

Peter Simonischek © Reinhard Werner