Freitag
29. März 2013

Klangraum Krems Minoritenkirche

19:00

Ensemble PHOENIX Basel

Jurg Henneberger (Dirigent)
Christoph Bosch (Flöte)
Petar Hristov (Oboe)
Toshiko Sakakibara (Klarinette)
Manuel Bartsch (Klavier)
Daniel Buess (Schlagzeug)
Friedemann Treiber (Violine)
Jessica Rona (Viola)
Martin Jaggi (Violoncello)

Paul Renner
(kulinarische Intervention)

Oswald Wiener
(Referat)

29,-/26,- (inkl. Suppe und Wein)

Mit freundlicher Unterstützung
Römerquelle, Salomon Undhof, Pro Helvetia, Bundesministerium für Unterricht Kunst & Kultur

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Ensemble Phoenix Basel, Paul Renner & Oswald Wiener Stille in Falten, Schichten, Schwarze Ritzen

LINK: DOWNLOAD ABENDPROGRAMM

Georg Friedrich Haas

Aus .Weg (2010)
Franz Furrer-Münch
Skizzenbuch (1992/93)
Michel Roth
molasse vivante (2004)
Alexander Moosbrugger
Fonds, Schach, Basar (2012-2013)

„Am Anfang ist nicht das Zeichen. Und das Wort schon gar nicht.“ Ein Referat von Oswald Wiener für „Imago Dei“, eine Uraufführung beim Festival, die in Buchform publiziert wird. Der Wissenschaftler und Künstler, einst Mitglied der literarischen „Wiener Gruppe“, nach der völligen Lossagung von der Literatur als Wirt, Privatgelehrter in Maschinentheorie und Kunstprofessor für Ästhetik an verschiedenen Orten Europas und Nordamerikas tätig, wird sich seinen Reim auf die Schöpfung machen. Der Schöpflöffel des „großen Fressers“ (Originalzitat Die Presse) Paul Renner wird in eine extra kreierte Fischsuppe eintauchen, eine Art Ursuppe mit einem Weltknödel, serviert während des Festivals. Ein lukullischer Schöpfungsakt des Malers, Gesamtkunstwerkschaffenden und Kochs. Gibt es den Urknall? Gibt es eine Stille außerhalb des Urzustands der Schöpfung? Stille in Falten: Wie klingt Stille, die bewegt wird? Um existentielle Fragen kreiste der 2010 verstorbene Schweizer Komponist Franz Furrer-Munch in seinem vom Schweizer Ensemble Phoenix aufgeführten „Skizzenbuch für Ensemble“, auch um die Urfrage der Dialektik, um den Gegenpol jeder Gestalt. Und hat die Zeit einen Rand? Wie komme ich zum Zentrum, vom Rand zur Mitte nach außen? Einen „Aus. Weg“ scheint eine Komposition von Georg Friedrich Haas anzudeuten, doch der doppeldeutige Titel weist auch auf die Vergeblichkeit hin, einen Weg und ein „Weg“ von der Vor-Bestimmung zu finden. Auf den Urzustand nach der Schöpfung, die geologischen, mythischen, historischen und sozialen Schichten einer Landschaft bezieht sich der Roman „Silber und Salbader“ des Schweizer Dichters Peter Weber, unter dessen Eindruck sein komponierender Landsmann Michel Roth „Molasse vivante“ komponierte. Ein Stuck, das klingt, als wurde der Blitz einschlagen in eine Ursuppe und sich daraus etwas Organisches aufbauen. Alexander Moosbrugger komponiert ein neues Stuck für Phoenix und für „Imago Dei“ 2013, eine etymologische Annäherung an den Schöpfungsbegriff und an das „Schöpfen“ im wörtlichen Sinn – mit Worten, mit (Suppen-) Kellen, mit Allmachtphantasien. Immer und nach wie vor brodeln die Grundkonflikte der Schöpfungsmythen. Gleichzeitig will Moosbrugger das Davor und das Dazwischen eines akustischen Erstereignisses untersuchen, anhand einer Aufnahme eines Klavierabends des ungarischen Pianisten Andras Schiff zur Thematik musikalischer Wandlung, der Variation. Unikatgeschnitten auf Vinyl gebracht, werden diese Schallplatten passagenweise in Moosbruggers neues Stuck eingespielt.