Samstag
16. März 2013

Klangraum Krems Minoritenkirche

18:30 Podiumsdiskussion „Woher kommt das Licht“

Em.Univ.-Prof. Dr. Philipp Harnoncourt (Theologe)
Mag. DI Dr. Peter Habison (Astro-Physiker) (statt dem ursprünglich angekündigten Prof. Hans-Peter Dürr)
Nicolas Altstaedt (Musiker)
Rainer Lepuschitz (Moderation)

In Kooperation mit GLOBArt academy

19:30 KONZERT

LETTISCHER JUGENDCHOR „KAMĒR…“
Janis Liepins (Dirigent)
Rihards Zalupe (Perkussionist)
Edgars Saksons (Perkussionist)
Mathilde Hoursiangou (Celesta)

NICOLAS ALTSTAEDT
- Cello

JOHANNES DICKBAUER
- Violine

25,-/22,-

In Kooperation mit Air Baltic
Chorszene Niederösterreich

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Lettischer Jugendchor "Kamer..." & Nicolas Altstaedt & Johannes Dickbauer Gesänge von Sonne und Mond

LINK: DOWNLOAD ABENDPROGRAMM

SVEN DAVID SANDSTRÖM

A new heaven and a new earth (1980)

JURIS KARLSONS
The Blue Birds of Selene (griechische Legende) (2011)

Evija skuķe
Moon Vocalise (lettisches Volkslied)

ĒRIKS EŠENVALDS
The New Moon (2012)

Pēteris VASKS
Plainscapes (2002)

SOFIA GUBAIDULINA
Sonnengesang (1997)

 

Am Anfang war die Schöpfung, die fortan als die Tat Gottes gepriesen wurde. Der Mönch Franz von Assisi lobpreist den Schöpfer im Gebet für die Erschaffung der Welt im Namen aller Geschöpfe, des Herrn Bruder Sonne, der Schwester Mond, Bruder Wind, Schwester Wasser, Bruder Feuer, der Mutter Erde und Schwester Tod (die zugeordneten Geschlechter entsprechen der altitalienischen Sprache, in denen Franz von Assisi das Gebet verfasste). Die tatarische Komponistin Sofia Gubaidulina tastete den hymnischen Ausdruck der mönchischen Dichtung nicht an, sondern fasste die Worte in eine schlichte kantable Musik für Chor und den Sänger unter den Instrumenten, das Violoncello. Nach den Strophen der Verherrlichung der Gestirne, der vier Elemente und des Lebens lasst der Cellist (in Krems der deutsch-französische Musiker Nicolas Altstaedt) von seinem Instrument ab und wendet sich einer großen Trommel zu, ehe er mit süßen Glissandi auf dem Flexaton in ein Responsorium mit dem Chor eintritt. Zur Verherrlichung des Todes entrückt er – wieder zurück am Cello – in höchste Lagen. Widmungsträger des Werkes war der russische Cellist Mstislav Rostropowitsch, von dessen lichtvollem Wesen Gubaidulina zur Komposition mit inspiriert wurde.
Um weitere Gesange an die Himmelskörper Sonne und Mond zu entfachen, vergab der Chor „Kamēr…“ Kompositionsaufträge in alle Welt und in seine Heimat Lettland. Von dort gelangten schillernde Mondgesänge in die Kehlen der SängerInnen. Juris Karlsons lies sich vom griechischen Mythos der Mondgöttin Selene, die in ihrer Liebe zu dem sterblichen Endymion den Hirten jede Nacht in magisches Mondlicht taucht, zu einer vollmondigen Vokalise verfuhren. Evija Skuķes Gesang spannt zu den Worten eines lettischen Volksliedes einen monumentalen Mondzirkel, wie er weit entfernt im Osten aus einer Wüste oder hinter einem Flussufer emporsteigt und die lebendige Mystik der Nacht bescheint. Ēriks Ešenvalds lässt den Mond als einsamen, blassen, etwas distanziert- kühlen Gefährten der Nacht aus dem Wolkenmeer hervorkommen, der Stimmung des Gedichts „The New Moon“ der US-amerikanischen Poetin Sara Teasdale folgend. Die Weiten der lettischen Landschaft übertrug Pēteris Vasks in Chorvokalisen, die aus meditativer Versenkung in einen monumentalen Horizont aufsteigen, wo der Schöpfer wohnt.

© Marco Borggreve

© Marco Borggreve

© Ansis Starks

© Ansis Starks