Montag
01. April 2013

Klangraum Krems Minoritenkirche

19:00

Capilla Flamenca

Marnix De Cat (Altus & künstlerisches Konzept)
Tore Denys (Tenor)
Lieven Termont (Bariton)
Matthew Gouldstone (Bass)
Jan Van Outryve (Laute)
Liam Fennelly (Fiedel)
Patrick Denecker (Blockflöten)

Het Collectief
Wibert Aerts (Geige)
Martijn Vink (Violoncello)
Toon Fret(Flöte)
Benjamin Dieltjens (Klarinette)
Thomas Dieltjens (Klavier & künstlerische Leitung)

Kat I: 32,-/29,-
Kat II: 28,-/25,-

Im Anschluss an das Konzert lädt der Verein der Freunde der Kunstmeile Krems zu einem Empfang mit Wein und Brot.
Mit freundlicher Unterstützung Freunde der Kunstmeile Krems

Ticket kaufen

Capilla Flamenca, Het Collectief 12 x 12 - Der musikalische Tierkreis

LINK: DOWNLOAD ABENDPROGRAMM

Kompositionen der Ars Nova und Ars Subtilior (14. Jhdt.) in Kombination mit 12 Stucken zu den Tierkreiszeichen von Karlheinz Stockhausen

Am Anfang war die Harmonie. Auf Erden und im Himmel. Im Irdischen und im unendlichen Kosmos. Es zahlt zu den ältesten Mythen der Menschheit, dass die kosmische Ordnung von musikalischen Harmonien erfüllt ist. Der Astronom Johannes Kepler wies in der von ihm erforschten „Harmonia mundi“ schließlich Planetentöne mathematisch nach. Heute senden Raumsonden Klange von Saturn oder Jupiter. Die kosmischen Schwingungen üben Einfluss auf unser Leben, auf jedes einzelne menschliche Individuum und den Kreislauf der Natur aus. Es walten magnetische, mentale und transzendentale Anziehungskräfte. Die Kunst als feiner Transformator phänomenaler Wirklichkeiten macht diese zu jeder Zeit sichtbar, hörbar und erlebbar. So haben die Musiker der belgischen Capilla Flamenca in einem der Stundenbücher des späten Mittelalters Illustrationen über den Einfluss der Jahreszeiten und der Tierkreiszeichen auf den Alltag gefunden. In der Musik jener Epoche, als die frankoflämische Mehrstimmigkeit der Ars nova und Ars subtilior auf ganz Europa ausstrahlte, finden sich die kosmischen Harmonien zum Tierkreis im Universum, der von jener magischen Stelle aus verlauft, wo sich Sonnenbahn und Himmelsaquator kreuzen. Kompositionen von Guillaume De Machaut, Jacopo De Bologna, Johannes Ciconia und Bernhard von Cluny spiegeln Phanomene des Tierkreises wider, durch deren kosmische Zone die imaginären Bahnen von Sonne, Mond und Planeten verlaufen. Die Bahn der Musik verlauft zum höheren Ziel der Transformation in der Harmonik. Die Schwingungen musikalischer Klange kennen keine Zeiten und Grenzen. So fliest der „Tierkreis“ des deutschen Komponisten Karlheinz Stockhausen in die Polyphonie der mittelalterlichen Musik. Eine der schönsten Musiken des deutschen Avantgardisten gibt den Musikern des belgischen Het Collectiefs die Möglichkeit zu einer freien Entfaltung von zwölf Tierkreismelodien, die sich aus der Klarheit der musikalischen Struktur und einer Ahnung von kosmischen Kräften entwickeln können. Insgesamt zwölf Musiker der Capilla Flamenca und des Het Collectiefs werfen in einer Mixtur aus vokaler und instrumentaler, alter und neuer, mystischer und magischer Musik zwölf Tierkreiszeichen an den konzertanten Abendhimmel.

© Miel Pieters

© Miel Pieters