Sonntag
01. April 2012

Schiffsstation Krems-Stein

Exit Eden feat. Phil Minton On a slow boat to China

Musikalische Schifffahrt von Krems nach Melk und zurück mit Lesung und Konzert im Stift Melk

11:00, Schifffahrt (Abfahrt von der Schiffsstation Krems/Stein)
Exit Eden feat. Phil Minton: Phil Minton (Stimme), Michael Bruckner-Weinhuber (Gitarren), Clayton Thomas (Bass), Mathias Koch (Schlagzeug), Hannes Loeschel (Piano, Fender Rhodes, Leitung)

15:00, Stift Melk / Kolomanisaal
(Shuttleservice von der Schiffsstation Melk zum Stift Melk und zurück)
Reiner Kunze & KOREAN MUSIC PROJECT
Poetische Texte & traditionelle koreanische Musik

„unsere feste? /
unter bäumen
licht und schatten miteinander teilen /
dem pianisten ruhmeskörner streuen /
fermaten schweigen
nach den noten des weinbergs“
Reiner Kunze
(aus dem Gedicht „FRAGE UND ANTWORT“,
Gedichtband „ein tag auf dieser erde“)

KOREAN MUSIC PROJECT: Hyosun Kang (Piri), Najung Jin (Gayageum), Gilong Chae (Daegeum), Sori Choi (Percussion), Iho Ahn (Pansorigesang)

(Rückfahrt ab Schiffsstation Melk um ca. 16:30, geplante Rückkehr zur Schiffsstation Krems/Stein ca. 18:00)


Am Palmsonntag setzt sich das Ausflugsschiff ms austria princess in seiner vertrauten Donauströmung durch die Wachau mit einer ungewöhnlichen Besatzung und Beschallung in Bewegung. In einer langsamen Reise auf schwankendem Boden ist das Ensemble Exit Eden mit internationalen Musikern aus Austria und Australia und dem Sänger Phil Minton quasi vom Verlorenen Paradies zum Paradiesgarten unterwegs.

Auf der Konzertbühne der ms austria princess werden rockig-avantgardistische „Songs of Innocence“ von Hannes Loeschel erklingen, die Texte von William Blake zur Grundlage haben, dem Dichter, Maler und Anhänger des Jerusalem-Ordens, der durch seine Grafiken zu John Miltons „Paradise Lost“ berühmt wurde. Wenn von der Donau aus das Stift in Sichtweite kommt, wird Exit Eden nach Klangminiaturen über Motive der Bergpredigt am Fuße des Melker Paradiesgartens bei Improvisationen mit den fernöstlichen Musikerkollegen KOR EAN MUSIC PROJECT angelangt sein. Klavier und Gitarren werden mit der koreanischen Zither Gayageum, dem oboenartigen Blasinstrument Piri und der Bambusflöte Daegeum verschmelzen:

In Melk legt „A slow boat to China“ an. Der Landaufenthalt bringt die Begegnung mit dem Dichter Reiner Kunze, der wie kein anderer in einem schlichten und prägnanten Tonfall der deutschen Sprache das Außerordentliche auszudrücken vermag. Ganze Welten leuchten in wenigen Worten auf. Im Kolomanisaal des Stiftes Melk wird Kunzes Poesie der Bilder, die immer von tiefer Menschlichkeit und einer empfindsamen Verbundenheit mit der Natur erfüllt ist, in Beziehung zu traditioneller koreanischer Musik und der besonderen koreanischen Musikform Pansori treten – keine zufällige Begegnung: Der einst als „Staatsfeind“ von der DDR in den Westen Deutschlands „entlassene“ Reiner Kunze hat sich im Zuge einer Art Globalisierungspoetik verschiedene asiatische Gedichtformen wie den koreanischen Sidcho angeeignet; seine Gedichte sind ins Koreanische übersetzt worden. Pansori, gesungene und von einer Trommel begleitete Volkserzählungen und auf schamanische Rituale Südkoreas zurückführend, wurde 2003 in die UNESCO -Liste des geistigen Weltkulturerbes aufgenommen. Reiner Kunzes Lyrik, der man nachsagt, dass sie mit geradezu „revolutionärem Impetus“ nach Schönheit strebe, wird die Passagiere aus dem Stift an Bord tragen, wo sie mit Exit Eden die Rückfahrkarte auf dem „Slow Boat to China“ lösen.

gesamter Tag: 29.- / 26.-
nur Stift Melk : 16.- / 14.-  (diese Tickets sind auch erhätlich auch bei Kultur Melk und Stift Melk, nähere Infos dazu hier)


Mit freundlicher Unterstützung von
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KAMS (Korea Arts Managementservice)

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© Promotionfoto

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