Samstag
31. März 2012

Klangraum Krems Minoritenkirche

makroPHONIA Vom Lob des Schattens und dem Licht der kleinen Dinge

Visuelle Mikrostrukturen alltäglicher Lebensräume als kompositorische Substanz zeitgenössischer Klangwelten

„Lass das Auge die Klänge fangen, dann wirst du endlich verstehen ...“
Tozan Ryokai (Zenmeister, 9. Jhdt.)

makroPHONIA: Ku Su Jung (Heagum), Kim Tae Kyung (Piri), Park Kyungso (Gayageum), Yoon Yeo Joo (Changgo), Bernhard Breuer (Schlagzeug, Perkussion), Michael Bruckner-Weinhuber (Gitarre, musikalische Konzeption, Fotopartituren), Renald Deppe (Saxophon, Klarinette, musikalische Konzeption, Graphein)

makroPHONIA ist ein Projekt von Renald Deppe und Michael Bruckner-Weinhuber gemeinsam mit koreanischen MusikerInnen, bei dem visuelle Mikrostrukturen alltäglicher Lebensräume zur kompositorischen Substanz zeitgenössischer Klangwelten werden. makroPHONI A stellt sich der Herausforderung, feinste Strukturen abzubilden und durch unterschiedliche Kompostionsformen „vergrößert“ sichtbar und hörbar zu machen. Durch die zugrundeliegenden Tuschegrafiken bzw. Makrofotografien werden Details deutlich, die die natürlichen Schwingungen der Lebewesen und Dinge erahnen lassen. Die Verbindung zwischen Sehen, Fühlen und Hören wird damit direkt angesprochen. In dieser Transformation vom Bild zum Klang erfüllen die koreanischen Instrumente mit ihren mikrotonalen Abstufungen eine wesentliche Aufgabe: Die zweisaitige Kniegeige Haegum, die zwölfsaitige Zither Gayageum und die Doppelrohrblatt-Bambusflöte Piri eröffnen im Zusammenwirken mit Gitarre, Schlagzeug und Saxophon/Klarinette ein weites Klangspektrum, das - natürlichen Vorgängen ähnlich - zarte Differenzierungen genauso wie herbe Konturen und Brüche zulässt.

makroPHONIA strebt dabei auch die Entfaltung persönlicher Begegnungen an, die im gemeinsamen Musizieren tiefer liegende Schichten des Seins ansprechen und Möglichkeiten des menschlichen Zusammenlebens und -wirkens freilegen sollen.

Vom Hör- und Sichtbaren...
Solange die Sprache noch unabhängig war von der Schrift, dominierte das Hörbare über das Sichtbare, besaßen Gesetze und Gebote noch akustische Autorität. Solange die Musik noch unabhängig war von jedweder Normverschriftung, dominierte das Hörbare über das Sichtbare, besaßen Regeln und Techniken noch akustische Autorität. Unsere makrophonischen Klang- und Bildzeichen spüren im Sinne einer auf sichtbare Autorität verzichtende „Entschriftung“ dieser verloren gegangenen Frühzeit im gegenwärtigen Musikschaffen nach. Suchen das Nahe im Fernen, das Fremde im Eigenen, die geheimnisvollen Klänge im Licht der wahrnehmbaren Dinge.
Michael Bruckner-Weinhuber & Renald Deppe

Weitere Informationen: makrophonia.wordpress.com/

22.- / 20.-


Mit freundlicher Unterstützung von
musik aktuell
AIR (Artist in Residence Krems)
KAMS (Korea Arts Managementservice)
BMEIA (Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten)

Korea



FILMTIPP: Kino im Kesselhaus, 31. März, 16.00
CHUN HYANG
(Korea 2000 >>Regie: Im Kwon-taek )
Die ergreifende Legende der Chunhyang gehört zum kulturellen Erbe Koreas. In dieser prachtvoll inszenierten Liebesoper wird sie in der klassischen koranischen Musikform, dem Pansori, erzählt.
(Freier Eintritt mit gültigem IMAGO DEI-Ticket für den 30./31. März oder 1. April.)

© Michael Bruckner-Weinhuber

© Michael Bruckner-Weinhuber