Samstag
17. März 2012

Klangraum Krems Minoritenkirche

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Lettischer Radio Chor Lux Aeterna

Johann Sebastian Bach/ Knut Nystedt | Komm, süßer Tod
John Cage | Four² (1990)
Rytis Mažulis | Canon Solus (1998)
Juris Abols | Karawane (1994)
Santa Ratniece | Cu dál (2009)
Peteris Vasks | Ziles Zina (1981)
Lasse Thoresen | Mythes Étoilés (2010)
Anders Hillborg | Mou:aa:yiy:oum (1983-1985)
György Ligeti | Lux aeterna (1966)
Toivo Tulev | Tanto Gentile (2010)

„Bewundernswert überwindet die Nacht das Dunkel des ursprünglichen Mysteriums und wie vom Blitz getroffen empfängt sie klar das erste Morgenlicht.“
Giacinto Scelsi (aus: L’Archipel Nocturne, „Voici l’heure“)

Lettischer Radiochor: Kristine Barkovska, Agate Burkina, Ieva Ezeriete, Inga Martinsone, Iveta Romancane, Inita Vindava (Sopran), Inga Balta, Ilze Berzina, Antra Drege, Santa Kokina, Gundega Krumina, Dace Strautmane, Inga Zilinska (Alt); Rudolfs Bertins, Egils Jakobsons, Normunds Kirsis, Ferijs Millers, Aigars Reinis, Karlis Rutentals (Tenor); Aldis Andersons, Karlis Bimbers, Gundars Dzilums, Janis Kokins, Janis Strazdins, Arijs Skepasts (Bass); Sigvards Klava (Leitung)

Am Anfang ist das Licht. Ein klarer Klang in György Ligetis 16-stimmigem Chorwerk „Lux aeterna“. Dann wird es allmählich verschleiert und schimmert in oszillierenden Akkordflächen durch, bis ein neues Licht frei aufscheint. Der ungarische Komponist holt mit der Bewegung seiner Komposition das Licht in unsere irdische Bewusstheit und entrückt es nicht in mystische Verklärung. Die menschliche Stimme schafft eine Helligkeit des Daseins. Die Transzendenz findet auf der Erde statt verwirklicht vom „wandlungsfähigsten Chor unserer Welt“, wie die Zeitung The Times über den Lettischen Radio Chor schrieb.

Das baltische Ensemble öffnet seinen alles an vokalen Ausdrucksfacetten umspannenden A-Cappella-Kosmos mit Knut Nystedts vielstimmiger Auffächerung von Bachs geistlicher Liedmelodie „Komm, süßer Tod“ und führt seine Karawane mit melodischen Figuren und harmonischen Gestalten aus John Cages obertonreicher Meditationspraxis „Four2“ in ein wiedererstandenes Reich frankoflämischer Vokalkunst voller kanonischer Pracht bis zum 2.500 Meter hoch gelegenen, himmlischen See Namtso in Tibet, dessen „stilles Wasser“ in einer Komposition von Santa Ratniece als heiliger Klang reflektiert wird.

Der lettische Chor besingt auch seine Heimat, von deren Geschichte und ihrem oft geknebelten Volk Peteris Vasks ein tragisches und dramatisches Chorfresko malte. Das ewige Licht beginnt im mikrotonalen Spektrum von Lasse Thoresens „Sternen-Mythos“ zu leuchten und erreicht dabei zu spirituellen Versen des italienischen Komponisten und Dichters Giacinto Scelsi alle Winkel menschlichen Singens von skandinavischer Folklore bis mongolischem Obertongesang. Auf den Weltlichtklang Ligetis zu den Schlussworten der Requiem-Messe folgt als Schlussgesang die in Toivo Tulevs Komposition Chorklang gewordene, schöne Wort-Harmonik von Dante Alighie is Liebessonett „Tanto gentile e tanto onesta pare“ – „so ganz holdselig scheint, so reich an Sitte, die Liebste ...“

Kat. I: 25.- / 22.-
Kat. II : 19.- / € 17.-

In Kooperation mit
chorszene niederösterreich

© Promotionfoto

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