Samstag
24. März 2012

Klangraum Krems Minoritenkirche

18:30
Einführungsgespräch:
Albert Hosp

19:30
Junge Philharmonie Wien (Leitung: Michael Lessky), Adrian Eröd (Bariton)

Kat. I: 29.- / 26.-
Kat. II : 25.- / 22.-

Ticket kaufen

Kayhan Kalhor & Erdal Erzincan Das Echo der Sufis

„... Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten ...“
Bergpredigt, Matthäus 6, 1

Kayhan Kalhor (Kamancheh)
Erdal Erzincan (Baglama)

Kayhan Kalhor, ein Meister auf der persischen Stachel-Geige Kamancheh und aufgewachsen im klassischen iranischen Radif-Musikrepertoire ebenso wie mit regionalen Stilen von Khorasan bis Kurdistan, ist aus seinem Heimatland Iran in benachbarte Kulturkreise aufgebrochen, um auch dort seine musikalische Ausdrucksweise in der Improvisation mit Musikern verwandter Tradition zu erforschen: „Ich prüfe das Wasser, indem ich meinen linken Fuß in die Türkei setze und meinen rechten Fuß nach Indien. Ich befinde mich so – geographisch, physisch, musikalisch – zwischen den Ländern und versuche zu verstehen, wodurch wir uns unterscheiden.“ Aus dem Unterschied erwachsen Gemeinsamkeiten.

Nach mehreren musikalischen Erkundungsreisen nach Istanbul ist Kayhan Kalhor auf einen Meister der türkischen Langhalslaute Baglama getroffen: Erdal Erzincan, der in der ostanatolischen Musiktradition aufgewachsen ist. Eine Tradition, die in Zeiten der reisenden Sufi-Poeten zurückreicht, die mit ihrer Musik die Rituale und Meditationen begleiteten. Traditionslinien der persischen Musik wiederum lassen sich weit über den iranischen Raum hinaus bis nach Istanbul und Kairo zurückverfolgen, als in der Blüte der abbasidischen Kultur zwischen dem 8. und 13. Jahrhundert die iranisch-arabische Musik ihr goldenes Zeitalter erlebte. Die Wurzeln für eine seelenverwandte musikalische Gemeinsamkeit waren gelegt, Kalhor und Erzincan lassen sich in ihren Dialogen ein auf die Magie der Improvisation und folgen dem Puls der Inspiration, befreit von etwaigen Fesseln an Regeln und Formen der heutigen Praxis ihrer jeweiligen Musikkultur. „Ich möchte etwas machen, das im Nichts beginnt und sich dann entwickelt. Vielleicht streben wir einen melodischen und energischen Höhepunkt an und belassen es einfach dabei“, sagt Kalhor über seine musikalische Partnerschaft mit Erzincan.


Die beiden Musiker aus den unterschiedlichen Kulturkreisen erwecken mit ihrer Musik den alten Schrei der Sufis aus West- und Zentralasien. Sie steigern sich in eine spirituelle Klangmeditation. Das Gerüst ihrer Instrumente wird zur Quelle reicher musikalischer Texturen. Die Schwingungen der Saiten verbinden das Irdische und das Göttliche.

25.- / 22.-


FILMTIPP: Kino im Kesselhaus, 24. März, 16.30
CULTURE OF RESISTANCE
(USA 2010 >>Regie: Iara Lee)
Können Musik und Tanz Waffen des Friedens sein? Iara Lee bereiste zwei Jahre lang fünf Kontinente, um genau das herauszufinden.
Mit Kayhan Kalhor, den Medellins Poets for Peace, der Frauenbewegung in Ruanda, Hip-Hop-KünstlerInnen aus Palästina uvm.
(Freier Eintritt mit gültigem IMAGO DEI-Ticket für den 24. März.)

descr© Promotionfoto

descr© Promotionfoto

bildbeschreibung

bildbeschreibung