Freitag
30. März 2012

Klangraum Krems Minoritenkirche

Ensemble PHACE & KOREAN MUSIC PROJECT Komponistenportrait Younghi Pagh-Paan & Klaus Huber

Podiumsgespräch zum Thema „musikalische Friedensarbeit“
mit Klaus Huber, Younghi Pagh Paan und DDr. Paul M. Zulehner
Moderation: Rainer Lepuschitz

„... Selig, die hungern und dürsten nach der
Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden ...“
Bergpredigt, Matthäus 5, 6


Ensemble PHACE: Simeon Pironkoff (Dirigent), Theresa Dlouhy (Sopran), Sylvie Lacroix (Flöte), Markus Sepperer (Oboe), Walter Seebacher (Klarinette), Gunter Schneider (Gitarre),
Ivana Pristasova (Violine), Petra Ackermann (Viola), Roland Schueler (Cello)

KOREAN MUSIC PROJECT: Hyosun Kang (Piri), Najung Jin (Gayageum), Gilong Chae (Daegeum), Sori Choi (Perkussion)


„Wundgewandert, wundgeweint, wundgeträumt, wundenübersät ist
deine Seele. Atme durch deine Wunden! Lass deine Wunde blühen!“
Byung-Chul Han

Das Ehepaar Klaus Huber und Younghi Pagh-Paan komponiert gegen eine Welt der Konflikte und Kriege, der Zerstörungen von Natur und Kulturen an. „Tun wir doch so manches“, sagt Huber über die Menschheit, „dessen Konsequenzen wir nicht vollständig voraussehen. Wäre unser Tun wirklich linear und im positivistischen Sinn nachweisbar, analysierbar und gleichsam festschraubbar, hätte die Kunst nicht jene Tiefenperspektive, die sie hat.“ „In der Tiefe oder der Dunkelheit ist nicht nur der Schrecken und der Tod“, sagt Pagh-Paan, „sondern auch die Rettung und das Licht.“

Die Kompositionen von Huber und Pagh-Paan enthalten starke Visionen eines hohen ethischen Bestrebens. Inmitten des Kreislaufs von Gewalttätigkeit und Inhumanität versenden die beiden komponierenden
Menschen Klänge der Versöhnung und des Friedens, aber auch des Widerstands gegen Ungerechtigkeiten. Der Schweizer Huber und die Südkoreanerin Pagh-Paan, die seit vielen Jahren gemeinsam abwechselnd in Deutschland und Italien leben, tauchen musikalisch in ihre Kulturkreise und die spirituellen und religiösen Welten zwischen Fernost und West ein. In dem Kammermusikstück „Wundgeträumt“ greift Pagh-Paan ein Wort aus einem Gedicht von dem Philosophen Byung-Chul Han auf, der so wie sie aus Südkorea stammt und heute in Deutschland lebt und wirkt. Die Komponistin setzt ein musikalisches Bild gegenüber der westlichen Gesellschaft, die den subjektiven und privaten Traum nicht zur Realität rechnet, Träume aber als virtuelle Sensationen verbreitet: „In der ost-asiatischen Wahrnehmung sind Traum, Leben und Tod, Wirklichkeit und Schöpfung ein Ganzes.“

Klaus Huber komponierte „Raue Pinselspitze“, das in der Minoritenkirche in einer Version für Violoncello und die koreanische Trommel Buk gespielt wird, zum 75. Geburtstag des inzwischen verstorbenen koreanischen Komponisten Isang Yun für den „Mut und die unermüdliche Ausdauer eines Weiterkämpfenden, bis die kulturellen Wurzeln in seiner eigenen Geschichte und die Aufgeklärtheit westlichen Musikdenkens aufgehoben wären in einem umfassenden Humanismus“. Auch in Hubers Stück „Ein Hauch von Unzeit III “ erklingen in der Aufführung des österreichischen Neue-Musik-Ensembles PHACE und des KOREAN MUSIC PROJECT die Instrumentarien zweier Kulturen in gemeinsamem Atem. „Die Unzeit zeigt sich in den Pausen, in der Tatsache, dass nicht gezählt wird, im ruhigen Ein- und Ausatmen und im Umstand, dass die Musik in der Stille mündet.“

22.- / 20.-


Mit freundlicher Unterstützung von
KAMS (Korea Arts Managementservice)

Korea

© Promotionfoto

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