Samstag
02. April 2011

Klangraum Krems Minoritenkirche

Estonian Philharmonic Chamber Choir Werke von Arvo Pärt und Erkki-Sven Tüür

ARVO PÄRT
KANON POKAJANEN (1997)
ERKKI-SVEN TÜÜR
TRIGLOSSON TRISHAGION (2008)

Kaia Urb (solo), Karoliina Kriis, Vilve Hepner, Hele-Mall Leego, Annika Lõhmus, Maarja Kukk, Kristine Muldma (Sopran); Marianne Pärna (solo), Ave Hännikäinen, Helis Naeris, Merili Kristal, Karin Salumäe, Anna Dõtõna (Alt); Tiit Kogerman (solo), Toomas Tohert, Raul Mikson, Kaido Janke, Martin Lume, Mati Turi (Tenor); Allan Vurma (solo), Aarne Talvik, Andreas Väljamäe, Rainer Vilu, Henry Tiisma, Tõnu Tormis, Märt Krell, Hideyuki Nishimura (Bass); Daniel Reuss (Dirigent, Chorleitung)

Hoffe nicht, meine Seele, auf vergänglichen Reichtum ... Kanon pokajanen, Ode VII, 2. Vers


„An der Schwelle zum kommenden Licht, an der Wende von der Prophezeiung zur Erfüllung, im Wandel von der Sünde zur Reinheit wird in orthodoxen Klöstern und zum Beginn von „Imago Dei“ der „Große Kanon“ gesungen. Arvo Pärt stieß vor vielen Jahren in seiner damals sowjetisch besetzten Heimat Estland auf einen Text der russischorthodoxen Kirche, der ihn zutiefst beeindruckte und nicht mehr losließ. Der einer der ältesten slawischen Kirchenhandschriften entstammende und auf das Schaffen des Heiligen Andreas von Kreta (7./8. Jahrhundert n. Chr.) zurückgehende Bußkanon erschloss sich Pärt, nach eingehender Beschäftigung, zur Vertonung aus dem Klang und Verlauf der Sprache heraus. Mit dem „Kanon pokajanen“ erwuchs eine A-cappella-Musik im ganz eigenen und einzigartigen Charakter einer nur in kirchlichen Texten verwendeten slawischen Sprache. Wahrhaft „groß“ steigt die vielstimmige Chormusik aus den sprachlichen Klangeigenschaften in einen transzendentalen Klangraum auf und entfaltet sich als reinigende, jeder Wehleidigkeit und Unterwürfigkeit ferne Buße an der Grenze vom Diesseits ins Jenseits. Die Musik begleitet die Seele auf ihren Wanderungen zwischen der Lobpreisung Gottes und der Klage über ihre eigene Schwäche. Ein Bittgesang in der Hoffnung auf den Einlass in das verlorene Paradies, gesungen vom weltberühmten Estonian Philharmonic Chamber Choir, der mit dem Werk eng verbunden ist, seit er es 1997 in der Niguliste Kirche in Tallinn und 1998 im Kölner Dom die ersten Male gesungen hat. Am Ende, nach vielen glühenden Harmonien und reibenden Tönen, öffnet sich wie in einer nur matt erleuchteten Kirche die Heilige Pforte und das Licht breitet sich in einem warmen Strom aus. Da wird auch der Raum der Minoritenkirche frei für einen Lobgesang der orthodoxen Liturgie, das Trishagion, in der Vertonung von Pärts Landsmann Erkki-Sven Tüür. Die auf den Propheten Jesaja zurückgehende Anrufung Gottes steigert sich zur Polyphonie der Dreieinigkeit, von Tüür festgeschrieben in einer Dreisprachigkeit (Triglosson) von Estnisch, Russisch und Griechisch, auf ein allumfassendes Verständnis der heiligen Botschaft hoffend.

Kat I: € 25.- / 22.-
Kat II: € 19.- / 17.-

Kino im Kesselhaus
FILM: SOUNDS & SILENCE
2. April, 16.30 Uhr
(CH 2009, R: Peter Guyer, Norbert Wiedmer)
Eine außergewöhnliche Klangreise mit dem herausragenden Produzenten zeitgenössischer Musik Manfred Eicher und musikalischen Größen wie Arvo Pärt, Dino Saluzzi, Jan Garbarek, Eleni Karaindrou, Anouar Brahem, Nik Bärtsch u.v.a.

Sie können hier einen FILMTRAILER anschauen:

www.soundsandsilence.ch/deutsch/trailer.html


Freier Eintritt mit gültigem IMAGO DEI-Ticket für den 02. April

© Kaupo Kikkas

© Kaupo Kikkas