Samstag
09. April 2011

Klangraum Krems Minoritenkirche

Anna Mayilyan & Gurdjieff Folk Instrument Ensemble Geistliche und traditionelle Musik aus Armenien

ANNA MAYILYAN
MESROP MASHTOTS (362–440)
GRIGOR NAREGATSI (951–1003)

NERSES SHNORHALI (1098 – 1173)

Anna Mayilyan (Gesang)

GURDJIEFF FOLKINSTRUMENT ENSEMBLE
GEORGE I. GURDJIEFF (1866-1949)

Levon Eskenian (künstlerische Leitung, Arrangement, Piano); Armen Ayvazyan, Kamancha, Artak Davtyan (Tar); Emmanuel Hovhannisyan (Duduk); Norayr Gapoyan (Duduk in G); Narek Mnatsakanyan (Duduk in A), Mesrop Khalatyan (Dap); Aramayis Nikoghosyan (Oud); Vladimir Papikyan (Santur); Avag Margaryan (Blul), Meri Vardanyan (Kanon)

Das Leben ist nur wirklich, wenn „ich bin“. Georges Iwanowitsch Gurdjieff Zwei Mystiker treten an diesem Abend aus der leuchtenden Kultur Armeniens hervor: der Mönch Grigor Naregatsi, der an der Wende vom 10. ins 11. Jahrhundert im Kloster Narekawank die göttliche Harmonie von Mensch und Natur in Worte und Töne fasste, und der Anthroposoph Georges Iwanowitsch Gurdjieff, der am Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert auf seinen Reisen durch die Welt und ins Innere des Geistes die Lehre von der harmonischen Entwicklung des Menschen schuf. In der Musik fanden beide das Ausdrucksmittel zur transzendierten Offenlegung ihrer Botschaften, die aus dem Land der ältesten christlichen Religionsgemeinschaft bis heute den Weg in die spirituelle Welt finden. Eine musikalische Seelenwanderung durch hunderte Jahre und in eine Kultur, die all den Auslöschungsversuchen von außen mit nie versiegender Hoffnung auf die Kraft des Geistes und der Künste widerstand. In der Sängerin Anna Mayilyan bekommen Naregatsis Oden, die in ihrer Einstimmigkeit einen unglaublichen Reichtum an melodischen, harmonischen und rhythmischen Wendungen bergen, tausend Jahre nach ihrem Entstehen eine begnadete Stimme: Auferstehungshymnen wie Lamentationen erklingen als Wunder einer göttlichen Natur. Gurdjieff hat auf seinen Reisen, die eine einzige Suche nach der Wahrheit waren, Musik als authentischen Kulturträger in verschiedensten Ländern des Nahen und Mittleren Ostens, Zentralasiens, Indiens und Nordafrikas aufgesogen und in seiner musikalischen Sprache dokumentiert.

Neben dem Musikforscher Levon Eskenian am Klavier widmet sich das Gurdjieff-Ensemble dieser ethnologischen Vielfalt auf den typischen östlichen Folkloreinstrumenten wie dem armenischen Nationalinstrument Duduk, einer Art Oboe mit großem Doppelrohrblatt, dem Oud, der Laute in östlichen Hemisphären, dem ursprünglich persischen Streichinstrument Kamancha mit seinem langen Griffhals, der aus Aprikosenholz gefertigten Windflöte Blul und der Zitherart Kanon. Eine wahre Weltmusik kommt hier zum Klingen, in der Elemente von griechischen, arabischen und assyrischen bis zu kurdischen und kaukasischen Tänzen als heilige Weisen mitschwingen. Gurdjieff verschmolz die Essenzen von Musik und Glauben, wobei spirituelle Klangenergien vom armenischen Christentum über das Griechisch-Orthodoxe bis zu Hinduismus, Buddhismus und Sufismus wirksam werden.

www.gurdjieffensemble.com/main.php?lang=eng&page-id=1

€ 22.- / 20.-

© Albert

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