Montag
05. April 2010

Klangraum Krems Minoritenkirche

Lux Feminae Hesperion XXI: Jordi Savall, Montserrat Figueras, uvm.

Hesperion XXI: Jordi Savall (Leitung, Fidel, Lirone, Rebab); Montserrat Figueras (Gesang, Gitarre); Begona Olavide (Gesang, Barock-Hackbrett); Pierre Hamon (Laute), Dimitri Psonis (Perkussion, Santur, Oud)

„Und also vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte ... Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn ...“ (Genesis, 2. Kapitel).


„Sieben sind die Wetter, Meere, Himmel sowie die Tage der Schöpfung, und diese Heiligkeit ist auch in Musik und Dichtung wieder zu finden“, sagt die katalanische Sängerin Montserrat Figueras und singt von den sieben Betrachtungsweisen der Frau des alten Hesperien, der westlichen Lande, über denen der Abendstern leuchtet: Gesänge von Mystik, Sinnlichkeit, Mutterschaft, Liebe, Trauer, Feier und Weisheit. Mit „Lux Feminae“ erhellen Figueras und Begoña Olavide mit ihren Stimmen, instrumental begleitet von Jordi Savall und dem Ensemble Herspèrion XXI, die weibliche Geistlichkeit und Geisteswelt, wie sie aus der okzidentalen Musik vom Mittelalter bis in die Renaissance überliefert ist. „Femina antiqua“: In der Tradition des Sibyllenlieds, des archaischen Gesangs der weissagenden Priesterin in der Antike, der in der christlichen Tradition weiter lebte, werden die apokalyptischen Prophezeiungen von der Melodik und Harmonik der Musik in einen mit großen Intervallen sich aufschwingenden Kosmos getragen. „Femina Mistica“: Der Gesang, wie er aus dem Nonnenkloster Santa María la Real de la Huelgas als stilles Gebet und als marianisches Hohelied bis in unsere Zeit weiter klingt und von der höchsten Weiblichkeit kündet. „Femina Nova“: Der Gesang des neu erwachten Selbstbewusstseins der Frau im 12. Jahrhundert, ausgedrückt in den Dichtungen und Liedern der Trobairitz, der weiblichen Troubadoure. „Femina Amans“: Gesänge der Liebe aus einer Zeit in Andalusien, als es noch ein buntes und friedliches Zusammenleben der christlichen, moslemischen und jüdischen Kulturen gab, Gesänge von der Frau als Mysterium aus Geborgenheit, Schönheit und Sinnlichkeit.
„Femina Mater“: Ein Wiegenlied für die meistbesungene Frau, Maria, die Mutter Gottes, und gleichzeitig Sophia, die Wissende, gesungen mit der Melodie von „Soleta i verge estich“ aus dem 16. Jahrhundert. „Femina Ludica“: Mittelalterliche weltliche Tanzlieder, populäre Weisen, die von der dunklen Schönheit der Frau im Hohelied Salomos ebenso erzählen wie vom hellen Wunder der Rosen ohne Dornen. „Femina Gemens“: Die Saeta, in ihren Ursprüngen ein mittelalterliches Klagegedicht, lebt bis in unsere Zeit als christlicher Ostergesang weiter, den Schmerz der Mutter Gottes am Kreuze ausdrückend. „Imago Dei“ verklingt in den dunklen Sphären der Trauer über Verlust und gleichzeitig in der Erinnerung an das Licht, das nichts in Vergessenheit geraten lässt.

FEMINA ANTIQUA
SIBILLA DE MALLORCA / Anónimo (s XV) 

ALBA (instr.) / Anónimo (Castellón / Bereber)

FEMINA MISTICA
FLAVIT AUSTER / Codex de la Huegas (s XIII)
POLORUM REGINA / Llibre Vermell de Montserrat (s XIII)

FEMINA NOVA
AN´PNIMO / Al-Andalus (s XIII)
YUL-YUL  / Al-Shûshtari de Guadíx
A CHANTAR M'ER DE SO Q'IEU NO VOLDRIA / La Comtessa de Dia (ca. 1200

LAMENTO DE TRISTANO (instr.) / Anónimo (Trecento)

FEMINA AMANS
ONDAS DO MAR / Martin Codax (s XIII)
SOLETA SO JO ACI / Bartomeu Cárceres

FEMINA MATER
SOLETA I VERGE ESTIC / Bartomeu Cárceres
MMA GAR / Berceuse Amazig

LA REINA XERIFA MORA (instr.) / Anónimo (Sefardí)

FEMINA LUDICA
YO ME SOY LA MORENICA / Anónimo (Villancico)
LA GUIRNALDA DE ROSAS: UNA MATICA DE RUDA / Anónimo Sefardí (Sofía)

HERMOZA MUCHACHICA (instr.) / Anónimo Sefardi

FEMINA GEMENS
SAETA ANTIGUA / Anónimo (Andalous)

 

Im Anschluß an das Konzert lädt der Verein der Freunde der Kunstmeile Krems zu einem Empfang mit Brot und Wein

 

Mit freundlicher Unterstützung von

Freunde der KM.jpg

© Phillipe Roca

© Phillipe Roca

Anon: Soleta So Jo Aci - Hesperion XXI