Samstag
06. März 2010

Klangraum Krems Minoritenkirche

Stille.Licht svete tikhiy

KORKYT (trad.)
Raushan Orazbaeva, Tokzhan Karatai (Kyl-Kobyz)

TIGRAN MANSURIAN: VIER „HAYRENS“ VON NAHAPET QUCHAK
Tigran Mansurian (Klavier); Natalia Pschenitschnikova (Gesang)

KOMITAS
Tigran Mansurian (Klavier); Natalia Pschenitschnikova (Gesang)

MITTELALTERLICHE ARMENISCHE LIEDER
Natalia Pschenitschnikova (Gesang)

MOVEMENT I
JÜRGEN GRÖZINGER (Perkussion, Sampler)

 

*** Pause***


MOVEMENT II
JÜRGEN GRÖZINGER (Perkussion, Sampler)

ALEXANDER KNAIFEL: svete tikhiy – gladsome light (1991)
Jürgen Grözinger (Perkussion, Sampler); Natalia Pschenitschnikova (Gesang), Joachim Cableman (Elektronik, Regie)

„Wir befinden uns am Kreuzungspunkt von Orient und Okzident, die Jahrhunderte lange Wechselwirkung der westlichen und östlichen Kulturen ist der Boden unserer Musik, und wir können uns weder von der einen noch von der anderen Erfahrung befreien, wir können nur eine Synthese suchen“, sagt der armenische Komponist Tigran Mansurian, 2010 Artist in Residence in Krems, wo das Festival „Imago Dei“ zum musikalischen Kreuzungspunkt zwischen Orient und Okzident wird. Tigran Mansurian wird sich in mehrere Hayren vertiefen, Lieder über altarmenische Dichtungen, die in ihrer Metrik und Versstruktur einzigartige Gesänge aus dem mittelalterlichen Orient sind. Sie wurden vor allem dank der Forschungen des armenischen Priesters und Musikers bis in unsere Zeit überliefert und leben in Mansurians erhellenden Interpretationen weiter. Ihre unverwechselbare Poesie kommt in der Stimme der russischen Sopranistin Natalia Pschenitschnikova auf besondere Weise zum Leuchten. Ihre Stimme wird auch durch die dreiteilige Komposition „Svete Tikhiy“ von Alexander Knaifel gleiten. Der jüngste Vertreter der sowjetischen musikalischen Nachkriegs-Avantgarde wandte sich nach der Perestroika verstärkt der orthodoxen russischen Kirchenmusik zu und brachte sie mit seiner Musik in einer gegenwärtigen Klangwelt gewissermaßen zur Auferstehung. In „Svete Tikhiy“ – „glückliches... fröhliches... stilles...  Licht“ – konzentrierte er die musikalische Essenz und den klanglichen Zauber der großen orthodoxen Vespern in extremen Formen der Harmonik, Melodik und des Tempos. Die Klänge zu Ehren der Heiligen Theotokos („Gottesgebärenden“) werden durch die Minoritenkirche schweben, hinauf fliegen zu den Kirchenglocken und zum hellen Licht der Nacht. Davor wird der Perkussionist und Komponist Jürgen Grözinger die Kirche erden, wenn er auf Pauken verschiedenste trommelartige Wirkungen erzeugt und sowohl europäische als auch außereuropäische Klang- und Rhythmus- Bilder entwirft. In „Movement I & II“ verknüpft er real scheinende, aber synthetisch-elektronische Klänge mit perkussiven Live-Spieltechniken, die elektronische Modulierungen vortäuschen. Die musikalische Wirklichkeit in unwirklich scheinendem Licht.


Hinweis: KOMBITICKET mit 5.3.: € 26.- / 22.-

© Imago Dei

© Imago Dei

Alexander Knaifel: Svete Tikhiy