Donnerstag
09. April 2009

Klangraum Krems Minoritenkirche

The Shichiseikai: "Klänge des buddhistischen Mantra" / Mamoru Okuno: "Otozure Vol. 4"

The Shichiseikai: "Klänge des buddhistischen Mantra"


The Shichiseikai / Japan:
Shinko Sano (Shomyo/Gesang); Sujin Shishido (Shomyo); Chushin Minami (Ensemblegründer und –leiter/ Shomyo); Chishi Hashimoto (Shomyo, Hichiriki/Gagaku-Instrument);
Ryoushou Ikegami (Shomyo,  Ryuuteki/Gagaku instrument); Mahito Kawai (Shomyo,  Sho /Gagaku instrument); Hiroshi Nakagawa (Regie, Bansuri/Gagaku-Instrument)



Mantra.
Mystische Silbe.
Shingon – Mantra in Japan.
Sutra – Die Lehrrede des Bhudda.
Mündlich überliefert: So habe ich’s gehört.
Buddha wurde zusammen mit Musik geboren.
Shōmyō: Einstimmiger Gesang von Mönchen in Japan.
Die Harmonie entsteht aus den Schwingungen der Obertöne.
WA, die Harmonie, entsteht zwischen den Sängern und Zuhörern.
KEI, der Respekt, gilt der Musik im Einklang mit der Natur des Seins.
SEI, die Reinheit, wird durch das Ritual der Musik in die Herzen gebracht.
JAKU, die Schlichtheit, klingt aus kleinen Melodien und ruhigem Musikfluss.
Dem Shōmyō-Gesang zu lauschen, bedeutet, keine Unterscheidungen zu hören.
Es entsteht aus dem Gesang für den Hörenden keine Identifikation mit der Musik.
Shōmyō lässt den Geist unbewegt, somit kehrt jeder Klang zum Ursprung zurück.
Am Anfang waren rätselhafte Töne aus Steinhöhlen, die die Menschen nachsangen.
Die aus China importierten Gesänge wurden in Japan ganz getreu weiter gepflegt.
Shōmyō entwickelte sich als Geheimwissenschaft zur religiösen Musik-Zeremonie.
Die Shōmyō-Musik wurde den Buddhisten zum Ritual, ihren Sängern zur Meditation.
Eine Zeit lang verstummte Shōmyō, der einstimmige Gesang wurde nicht zelebriert.
Abgeschirmt von anderen Musikströmungen bewahrte sich Shōmyō Ursprünglichkeit.
Die Shichiseikai-Mönche singen die Jahrtausende alten Shōmyō Melodien heute wieder.
Sie halten die Rituale und gesungenen Sutras des Tempels Chion-in in Kyoto lebendig.
Der Haupttempel des Jōdo-shū steht dort, wo Glaubensgründer Hōnen zu Tode fastete.
Vom Tempel Chion-in tragen die Shichiseikai-Mönche den Shōmyō-Gesang in alle Welt.
Sie werden in der Fastenzeit mit dem Gesang auch hörende Herzen in Krems reinigen.
Die lang gedehnten Shōmyō-Töne, ihre schwingenden Obertöne beruhigen den Geist.
Shōmyō horcht auf den inneren Rhythmus des Herzens, löst das Zeitbewusstsein auf.
Das Tonsystem des Shōmyō wechselt zwischen Fünftonskalen und Siebentonsystem.
Fünf, sieben, fünf: – das Gesetz der Shōmyō-Töne gleicht der Metrik der Haikus.
Die Notation von Shōmyō aus geraden und gebogenen Zeichen lautet Hakase.
Die Gestalt der Zeichen, der Sprachlaut und der Silbenwert sind kosmisch.
Das erste und bedeutsamste Zeichen ist das A, die Quelle aller Vokale.
In ihm sind alle weiteren Klänge und Körper und Geist enthalten.
Die Mönche widmen sich lebenslang dem Gesang des Shōmyō.
„Die Stimme, nah oder ferne, kann beständig man hören ...
wird gehört von dem, was entsteht und vergeht.
Hören ist jenseits des Denkens ...
und reicht hinaus über
Geist und Körper.“
(Surangama
Sutra)



Supported by the Agency for Cultural Affairs, Government of Japan:
japan




Mamoru Okuno: Otozure Vol. 4

Mamoru Okuno/Japan (Electronics, diverse Klanginstrumente)

ZEN kennt keine Zeit. Der 1977 geborene Japaner Mamoru Okuno setzt seine Soundinstallationen in philosophischen und spirituellen Bereichen an und entwickelt sie auf der Basis japanischer Musiktraditionen, in Improvisationen und in Verbindung mit elektronischen Technologien. Der Musiker, der zeitweise in London gelebt und in New York Jazz-Piano studiert hat, weilt als Stipendiat des AIR-Programms drei Monate lang als Comoser in Residence in Krems und leitet auch Musik- und Klang-Workshops mit Schülern des BORG. Während des Festivals „Imago Dei“ wird er die Jahrtausende alte musikalische Zeremonie, wie sie die Shichiseikai-Mönche aus Kyoto vorführen werden, in gegenwärtige Klangwelten übertragen. 


In Zusammenarbeit mit Artist in Residence
air


In Kooperation mit
osterfestival2

© Shickisekai

© Shickisekai


sannenbutsu+nenbutsu-ichie