Samstag
04. April 2009

Klangraum Krems Minoritenkirche

Königliche Puppen aus Myanmar The Mandalay Marionettes Theatre Myanmar


PuppenspielerInnen:
U Pan Aye (Meister/Mandalay); U Sein Tun Kyi (Meister/Yangon); U Than Nyunt; Daw Ma Ma Naing; Tun Tun Win; Maung Wai Myo

TänzerInnen:
May Ki Ki Tun; Moe Myint Soe;

Musiker:
U Hla Myaing (Leitung); Cho Mu  Win; U Aye Myint; U Maung Dwei; Ye Latt Oo;
Ko Thant Zaw Htat

Direktion: Kyaw Myo Ko



Gestalten aus Teakholz und Fäden, gekleidet in Seide und Samt, verwandeln sich in lebendige Wesen. Eine Legende aus Myanmar besagt, dass die Marionetten bereits vor dem Menschen tanzten ... In der Karwoche tanzen sie, auf der Bühne des weltberühmten Marionettentheaters Myanmar aus Mandalay, in der Minoritenkirche Krems.

Als der ersten Kunstform aus Myanmar wurde dem Marionettentheater vor 900 Jahren die höfische Bühne freigegeben. Den königlichen Zusehern war es offenbar erträglich, von Puppen physisch überragt zu werden. Jede Marionette entspricht einem Teil des menschlichen Körpers. Die bekanntesten der 28 Figuren sind der König, der Prinz, die Prinzessin, ein Riese, der orientalische Wasserspeier, ein Buckliger, ein Pferd, ein Affe, ein General, ein Yogi, ein Bub und ein Mädchen – sie alle sind umgeben von Komödianten.

Die Puppenspieler, die Autoren, die Sänger, Musikanten, Schneider und Handwerker unterstehen einem festen asketischen Regelwerk, das für jede Geste der Puppen und Tänzer, für jeden Ton der Musik, für das Aussehen, Wesen und die Kleidung jeder Marionette gilt. Die feingliedrigen Figuren mit einer Größe von ca. 80 cm haben als hervorstechende Merkmale Fingerglieder, ein Doppelglied im Halsgelenk, ein Kinn- und Zungengelenk, bewegliche Knöchel und Glasaugen. Sie werden aus Weichholz geschnitzt und mit Hilfe fein geflochtener Pflanzenstücke zusammengesetzt, tragen echte Haare auf dem Kopf und werden von bis zu 60 Schnüren zum Leben erweckt.

Die Puppen erzählen in traumhafter Naturszenerie ernste und heitere Geschichten aus den 500 Leben des Buddha. An den Puppen hängt die Geschichte. Verschwinden die Marionetten, stirbt mit ihnen die Erinnerung. Die Wissensträger in Puppengestalt sprechen durch die Feinheit der Gesten, ihre geneigte Haltung und die Grazie der Bewegungen zu uns. Im oft sprunghaften Tanz vereinigen sich die Wesen der Puppe und jener, die die Fäden ziehen – die Energieströme der zur Frau gewordenen Marionette und der zur Marionette gewordenen Tänzerin fließen ineinander.

„Erst wenn sich die Kunst des Marionettenspielers mit der des Musikers und Sängers verbindet, wird sie magisch“, haben jene herausgefunden, die hinter die Kulissen blickten. Das traditionelle Orchester aus Myanmar mit Instrumenten aus Holz, Metall und Leder bestimmt die Bewegungen der Marionetten. Trommeln, Gongs, Bambusklappern, Becken, Glöckchen, eine Harfe, eine Oboe und eine Flöte sind die Zungen, mit denen die Puppen sprechen – denn die gesamte Musik aus Myanmar hat ihre Ursprünge im Gesang von der Liebe und der Natur.


In Kooperation mit
osterfestival2

© Mandalay Marionettes Theatre

© Mandalay Marionettes Theatre