Samstag
28. März 2009

Klangraum Krems Minoritenkirche

J.S. Bach: "Sonata e Partita" / Johann Maria Staud: "Towards a Brighter Hue" Ernst Kovacic

Johann Sebastian Bach: Sonate für Violine solo C Dur BWV 1005  (1720)
Johann Maria Staud: Towards a Brighter Hue  (2004)
Johann Sebastian Bach: Partita für Violine solo d moll BWV 1004  2 (1720)

Ernst Kovacic (Violine)  



„Hätte ich das Stück machen, empfangen können, ich weiß sicher,
die übergroße Aufregung und Erschütterung hätten mich verrückt gemacht.“
Johannes Brahms über Johann Sebastian Bachs Violin-Chaconne

Chaconne, Chacona, ciacona, chiaccona, ciaccona, ciaconia, chocuna – Harmonien, die sich wiederholen, eine Melodie, die sich auf Wanderschaft begibt und immer wieder zum Ursprung zurückkehrt, ein Rhythmus, dessen Puls den Klängen folgt und dennoch in seinem Innersten schwingt. Die Chaconne – sich frei entfaltend, wild, zügellos, hemmungslos. Ein Tripeltanz aus Lateinamerika, von den spanischen Conquistadores in die Alte Welt mitgebracht, zum spanischen Volkstanz geworden, nach Italien sich ausbreitend, dort von den Komponisten aufgegriffen und ausgekostet, von Monteverdi in Heinrich Schützens Reisegepäck über die Alpen auch nach Deutschland gekommen und im Finale von Johann Sebastian Bachs Partita d-Moll als unendlicher musikalischer Kosmos sich entpuppend. Aus vollkommener kompositorischer Askese geriet Bach mit der Chaconne in totale musikalische Ekstase. Sie bildet das Zentrum seines Sonaten- und Partitenschaffens für die Violine solo und des Programms von Ernst Kovacic bei „Imago Dei“. Der bedeutende österreichische Geiger wird auf seinem italienischen Guadagnini-Instrument mit der d-Moll-Partita und der C-Dur-Sonate zwei Gipfel des Bachschen Violinschaffens und der ganzen Geigenwelt erklimmen und von dort aus den Blick in unsere Zeit zu einem auch ihm gewidmeten Werk schweifen lassen. In „Towards a Brighter Hue“ steigert der österreichische Komponist Johannes Maria Staud eine Keimzelle aus seinem Musiktheater „Berenice“ in heftige Leidenschaft und findet über die feine Struktur von Mikrointervallen zur lichten Abgeklärtheit.





© Ernst Kovacic

© Ernst Kovacic