Sonntag
15. März 2009

Klangraum Krems Minoritenkirche

Joseph Haydn "Stabat Mater dolorosa"


18:00
EINFÜHRUNGSGESPRÄCH mit Prof. Manfred Permoser
im Klangraum Krems Minoritenkirche

19:00
Joseph Haydn Sinfonia F-Moll  „La Passione“  Hob I/49 (1768)
Hubert Gaisbauer  Lacrymosa. Eine Literarische Meditation
Joseph Haydn  Stabat mater dolorosa  Hob XX bis (1767)

Chorus Musica Sacra Krems/Cappella Musica Sacra:
Ellen Van Lier (Sopran); Martina Mikelic (Alt); Bernhard Berchtold (Tenor); Robert Holl (Bass)
Alfred Endelweber (Musikalische Leitung)



„Lass mit dir mich herzlich weinen,
ganz mit Jesu Leid vereinen,
solange hier mein Leben währt.“
Aus: Stabat Mater

Papst Benedikt XIII. nahm vor drei Jahrhunderten die Sequenz des „Stabat Mater“ offiziell in die Liturgie auf. Die bis dahin weit verbreiteten, volkstümlichen Strophen über den Schmerz der Mutter Maria über ihren am Kreuz sterbenden Sohn bildeten fortan als Messgesang und als Hymnus im Stundengebet einen fixen Bestandteil im Proprium für das Fest des Gedenkens der Sieben Schmerzen Mariens am Freitag vor dem Palmsonntag und am 15. September. In die Kirchenmusik gingen viele berührende Vertonungen ein. 140 Jahre nach Benedikts Erlass widmete sich auch der im niederösterreichischen Rohrau geborene Komponist Joseph Haydn der Sequenz. Im Haydn-Gedenkjahr 2009 stellt KirchenTonartKrems Haydns „Stabat Mater“ an den Beginn von „Imago Dei“. In der Abfolge von Arien, Duetten, Quartetten und Chören ist eines von Haydns persönlichen „Lieblingswerken“ seine traurigste und besinnlichste Musik, in der sich der damals junge Komponist – das „Stabat Mater“ entstand 1767 ohne konkreten Auftrag – in zum Teil ergreifenden g-Moll-Regionen und zum Teil einem spirituellen Vokal-Stil bewegt, wie er später besonders für sakralmusikalische Werke Mozarts bezeichnend war.
Haydns Musik löst musikalisch intensiv die Betroffenheit aus, die auch die drastischen Leidensbilder des „Stabat Mater“ schon für sich genommen hervorrufen. Es entsteht eine Nähe von Mensch zu Mensch, von Mit- und Nachleidenden mit Maria und mit ihrem und Gottes Sohn. Jene Menschlichkeit ist es, die Haydns Musik innewohnt und die Musizierenden und Hörenden zu einer direkten Anteilnahme verhilft. Durch die musikalische Askese des Komponisten, seinen Verzicht auf Pathos, werden die Sequenzen der Leiden und Schmerzen zu einer passionierten Andacht. Innige Affekte statt äußerer Effekte setzte Haydn in den Arien und Chorsätzen, in denen die Gefühle von Schwermut und Trost, von Erdulden und Aufopferung ausgebreitet sind. Im empfindsamen Teilen des Schmerzes mit der Mutter Gottes entsteht eine Form von reiner Ekstase.
Robert Holl wird nach Elias (Mendelssohn) und Jesus (Bachs „Johannespassion“) seine Bassstimme neuerlich sakral in Musik des 18. Jahrhunderts verströmen lassen.

„Unterm Kreuz mit Dir zu stehen,
dort zu teilen deine Wehen
ist es, was mein Herz begehrt.“
Aus: „Stabat Mater“    


In Kooperation mit Ludwig Ritter von Köchel-Gesellschaft, Musik in Krems 2009 und KirchenTonArt Krems

© Chorus Musica Sacra

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