Montag
09. April 2007

Klangraum Krems Minoritenkirche

CAPPELLA della PIETÁ de´ TURCHINI



DEO NOSTRO IN CITHARA PSALLITE… CORDE PULSUM TANGITE
Werke von Antonio Vivaldi, Giovanni Baptista Bononcini, Giovanni Legrenzi, Francesco Antonio Bonporti

Maria Grazia Schiavo | Sopran

I SOLISTI della CAPPELLA della PIETÀ de’ TURCHINI
Alessandro Piccolini | 1. Violine, musikalische Leitung
Marco Piantoni | 2. Violine
Rosario Di Meglio | Viola
Alberto Guerriero | Violoncello
Giorgio Sancito | Kontrabass
Francesco Moi | Orgelpositiv
Ugo Di Giovanni | Erzlaute
Franco Pavan | Theorbe


Zitate:
Wer ist der Herr […],
der aus dem Staub emporhebt den Geringen,
aus dem Schmutz den Armen erhöht …
(Psalm 112)

Es muss einiges dafür gesprochen haben, wenn Charles de Brosses, ein sachkundiger französischer Musikliebhaber, behauptete, das Orchester eines Waisenhauses der Stadt Venedig sei sogar besser als das der Pariser Oper; und mit einem Mädchen namens Chiaretta verfüge es zudem über eine der besten GeigerInnen Italiens. Die Rede ist vom Ospedale della Pietà (vermutlich 1335 gegründet), das seinen begabten Findelkindern (hauptsächlich Mädchen) eine erstklassige Musikausbildung bot. Die „Pietà“ erzielte ihre Berühmtheit vor allem durch die Zusammenarbeit mit Antonio Vivaldi, der dem Institut seiner Heimatstadt rund 35 Jahre lang als Violinlehrer, Maestro di concerto und Komponist eng verbunden war. Für dieses legendäre Damenorchester schrieb er die meisten seiner Werke. Das Hauptinteresse galt der Aufführung von Kirchenmusik, die der barocken Tradition Venedigs und den Möglichkeiten der „Pietà“ entsprechend überaus eindrucksvoll und prächtig gestaltet werden konnte. Etwa in Vivaldis groß angelegter, um 1714 entstandener Vertonung des Psalms 112 Laudate pueri Dominum, RV 600: ein faszinierend vielfältiges Werk, packend in seiner instrumentalen Erfindung, überwältigend in der vielseitigen Kombination von Singstimme und Orchester.

Die Cappella della Pietà de’ Turchini aus Neapel, eines der renommiertesten und international erfolgreichsten Alte-Musik-Ensembles Italiens, rückt diesmal Vivaldis Schaffen ins Zentrum und kombiniert dieses mit Meisterwerken seiner norditalienischen Vorgänger und Zeitgenossen. Mit Maria Grazia Schiavo, einer jungen, bereits international reputierten Sopranistin aus Neapel, wird eine stilistisch perfekt auf die Cappella eingestimmte Solistin präsentiert.


Ital. Kulturinstitut

© Vivaldi

© Vivaldi

© Montezum

© Montezum

© Turchini

© Turchini