Freitag
16. März 2007

Klangraum Krems Minoritenkirche

Elias Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847)



Oratorium nach Worten des Alten Testaments, Opus 70
Grazer Concertchor & Pannonische Philharmonie
Musikalische Leitung: Alois J. Hochstrasser

SolistInnen:
Robert Holl (Elias) | Bass
Ellen van Lier (Witwe) | Sopran
Barbara Hölzl (König, ein Engel) |Alt
Norbert Ernst (Obadjah, Ahab) | Tenor

SolistInnen-Quartett für Ensemble
Youngju Lee | Sopran
Maren Engelhardt | Alt
Markus Miesenberger | Tenor
Thomas Tatzl | Bass


„Der Beifall wollte nicht enden“, berichtet die Chronik über die Uraufführung von Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorium Elias im August 1846 im englischen Birmingham, zahlreiche Arien und Chöre mussten da capo gegeben werden. Für den 37-jährigen Komponisten wurde die Aufführung ein gewaltiger Triumph, der seinen Ruf als europäischer Komponist von Rang weiter festigte. Genau zehn Jahre waren seit Mendelssohns erstem großen Oratorienerfolg mit Paulus vergangen, und erfüllt schien Schumanns damalige Einschätzung unmittelbar nach der Uraufführung: „Wie Beethoven einen Christus am Oelberg geschrieben und auch eine Missa solemnis, so glauben wir, dass, wie der Jüngling  Mendelssohn ein Oratorium schrieb, der Mann auch eines vollenden wird.“ Hatte Mendelssohn schon mit Paulus die große Tradition der Oratorien von Händel, Bach und Haydn überzeugend weitergeführt, so realisierte er nunmehr auf die von Julius Schubring zusammengestellten Worte aus dem Alten Testament einen vollkommen neuen, wegweisenden Ansatz: Der dramatische Impetus evoziert stellenweise fast eine Oper und wie weggeblasen erscheinen alle klassizistischen Anklänge, die Mendelssohns musikalische Romantik  bislang charakterisierten.

„Von besonderer Wirkung sind die eindrucksvollen Szenen dieses Elias, denen Mendelssohn eine anschauliche musikalische Ausgestaltung gibt. So die Klage der Juden über die furchtbare Dürre und den fehlenden Regen und das Wunder, wenn Elias mit seinem Gebet Regen, Sturm und Blitz bei Gott erwirkt. Ein ebensolches Wunder ist das Feuer, das vom Himmel fällt, um das Opfer am Altar anzuzünden, durch welches das Unrecht der Baalspriester bewiesen wird. Ein weiteres Feuerwunder tritt ein, wenn Elias gen Himmel fährt. Voller musikalischer Kontraste ist die Erscheinung Gottes komponiert, die nicht im Sturm, sondern im ,stillen, sanften Sausen’ erfolgt.“ Alois J. Hochstrasser

Er denke an einen Propheten, schrieb der Komponist über sein Werk, „wie wir ihn heutzutage wieder brauchen könnten: stark eifrig, auch wohl bös und zornig und finster, im Gegensatz zum Hofgesindel und Volksgesindel, und fast zu der ganzen Welt im Gegensatz, und doch getragen wie von Engelsflügeln.“ Es scheint fast, als hätte er damit sein wegweisendes Opus auch musikalisch charakterisiert. Kammersänger Robert Holl als Interpret des Elias ist wohl eine Idealbesetzung für diese gewaltige und anspruchsvolle Partie. Anlässlich seines 60. Geburtstages eine künstlerische Einladung für alle Freunde des großes Oratoriums.

In Kooperation mit


© Elias

© Elias

© Stephan Hel

© Stephan Hel