Sonntag
09. April 2006

Pfarrkirche Weissenkirchen

QUATERNION Sofia Gubaidulina

SOFIA GUBAIDULINA (*1931)
QUATERNION
für 4 Violoncelli

ENSEMBLE EXTRACELLO
Edda Breit Cello
Melissa Coleman Cello
Margarethe Deppe Cello
Dorothea Guschlbauer Cello

Das Quaternion, ein mathematischer Begriff, ist ein Zahlensystem mit vier komplexen Einheiten. Auf dieses abstrakte Ordnungselement bezieht die 1931 in Tschistopol (Tatarische Republik) geborene Komponistin Sofia Gubaidulina ganz  im Sinne barocker Zahlensymbolik ihr 1996 entstandenes Celloquartett. Doch gibt es kaum „absolute Musik“ im vielfältigen Schaffen der Tonsetzerin. „Mein erwünschtes Ziel ist es nicht, eine Idee auszudrücken, sondern dem Antlitz eines durchlebten Gefühls Ausdruck zu verleihen.“ „Ob ich modern bin oder nicht, ist mir gleichgültig. Wichtig ist mir die innere Wahrheit meiner Musik.“ So lautete die Antwort der Komponistin auf die Frage eines westlichen Journalisten nach dem theoretischen Hintergrund ihrer Musik.

In Sofia Gubaidulinas Klangräumen findet man christliche Symbolik, mystisches Gedankengut  und immer wieder verborgene Texturen großer Dichtung: Als Lieder ohne Worte berühren ihre  oftmals spirituell-kontemplativen Partituren wohltuend. Und sie raten den stets rastlos getriebenen Zeit- und Leidgenossen: „... dass ich wirklich ich selbst bin.“ nur müssen wir immer wieder daran erinnert werden. Zum Beispiel beim Hören ihres Quaternions.
 

© NÖ Festival-GmbH

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