Freitag
25. März 2005

Klangraum Krems Minoritenkirche

O CRUX - Vokalmusik für den Karfreitag



COMPANY OF MUSIC
Musikalische Leitung: Johannes Hiemetsberger

Programm:

Gregorio Allegri
(1582-1652)  Miserere  für 3 Chöre

Knut Nystedt
(geb 1915)
 O Crux für 8 Stimmen a cappella 

Carlo Gesualdo da Venosa
(1561-1613) Responsoria Feria Sexta. In Parasceve.
Responsorien für den Karfreitag 

Knut Nystedt
(geb 1915) Miserere für 16 Stimmen a cappella

Györgi Ligeti
(Geb 1923) Lux aeterna für16 Stimmen a cappella 


O Kreuz,
strahlender als die Sterne;
gefeiert in aller Welt,
geliebt von den Menschen, heiliger als alles Andere.
Allein würdig, das Licht der Welt zu tragen.
Gesegneter Baum, gesegnete Nägel,
gesegnet das Gewicht, das sie trugen
Rette die Gemeinde, die heute versammelt ist, Dich zu loben.
(Venantius Forunatus (530-609); Knut Nystedt (geb.1915)  


Tenebrae factae sunt … die Kerzen, so will es ein Jahrhunderte alter Brauch, verlöschen an jenem Tag, der das Herz der Christen in tiefste Finsternis hüllt … werden gedämpft zu den Versen der Stundengebete, bis nach dem Bericht von Christi Tod nur noch Dunkelheit und Trauer den Kirchenraum erfüllen … es ward Finsternis … und in die Stille hinein brechen Klänge voller Schmerzen, kühne Klanggesten, mit denen Don Carlo Gesualdo, Fürst von Venosa, die Passionsgeschichte erzählt. – Ausgehend von Gesualdos berühmten Tenebrae-Responsorien entwerfen Johannes Hiemetsberger und seine Company of Music, sechzehn solistisch ausgebildete Sängerinnen und Sänger mit reicher Chorerfahrung, ein akustisches Bild der Leiden und der vagen Hoffnung auf ihr Überwinden, die den Karfreitag, jene dunkelsten Stunden in der Geschichte des Christentums, charakterisieren. Das tief empfundene „Miserere“ (Erbarme dich) am Ende der Tenebrae-Gebete birgt in seiner persönlichen Ansprache wieder Hoffnung in sich – „Herr, öffne meine Lippen, auf dass mein Mund Dein Lob verkünde.“ Sagenumwoben ist die Vertonung des „Miserere“ durch Gregorio Allegri: Über Jahrhunderte wurde das geniale Werk, das noch heute alljährlich zu Ostern in der Sixtinischen Kapelle aufgeführt wird, von der Päpstlichen Kapelle verschlossen gehalten, und nur wenige Auserwählte gelangten in den Besitz des geheimnisvollen Notentextes. Nicht weniger faszinierend ist das unaufhaltsame Fließen der Klänge in György Ligetis „Lux aeterna“. „Das ewige Licht leuchte ihnen, Herr“ – bei Ligeti ist es ein mattes, körperloses Licht, das „wie aus der Ferne“ strahlt, ein Epilog zum Requiem, eine Vorahnung, die der norwegische Klangmystiker Knut Nystedt mit den Worten des christlich-lateinischen Dichters Venantius Fortunatus aus dem 6. Jahrhundert in konkrete Klänge fasst: „O Kreuz, strahlender als die Sterne; gefeiert in aller Welt, geliebt von den Menschen, heiliger als alles Andere. Allein würdig, das Licht der Welt zu tragen …“

© Company for music

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