Montag
12. April 2004

Klangraum Krems Minoritenkirche

ACCORDONE



Marco BEASLEY - Gesang
Enrico GATTI - Violine
Judith-Maria BECKER - Chello
Stefano ROCCO -  Laute
Guido MORINI - Orgel, Chembalo, Musikalische Leitung) 

«EX TENEBRIS VITA»

Finsternis und Schatten sind düstere Vorzeichen der Karwoche, Symbole, erfüllt von Trauer und Schmerz … Tenebrae factae sunt …, in jenen Tagen und Stunden, in denen die Geschichte des Christentums am dunkelsten ist, in denen tiefe Verzweiflung und ungeteilte Hoffnung zusammen kommen und zuletzt doch das Leben über den Tod triumphiert. Kontemplation und Besinnung auf das Innerste, aber auch die jubilierende, alles überstrahlende Freude geben den Gefühlen für die zentrale Begebenheit des christlichen Glaubens, Tod und Auferstehung Christi, weiten Raum.

In seinem aktuellen Osterprogramm, „Ex tenebris vita“, eröffnet Accordone, das auch hierzulande durch Konzert- und Rundfunkproduktionen bestens bekannte und gefeierte italienische Ensemble, einen musikalisch faszinierenden Bogen: Tod und Auferstehung, Finsternis und Licht, Schmerzen und Lobpreis umschreiben den assoziativen Rahmen, in dem die exzellenten Musiker um den Sänger Marco Beasley und den musikalischen Leiter und Cembalisten Guido Morini das österliche Mysterium umkreisen – in ihrer unverkennbaren Dramaturgie aus erzählerischen Momenten, avanciertem Originalklang und einem lebendigen Zugang zur Interpretation alter Meisterwerke, die sich bei Accordone in ein aufwühlendes, sinnenfreudiges Klangtheater verwandeln, das seinesgleichen sucht.

„Victimae paschali laudes“, die berühmte Sequenz der gregorianischen Ostermesse, die Marienklage im „Stabat mater“ und das Karfreitagsresponsorium „Tenebrae factae sunt“ bilden intensive Ausgangspunkte für ein musikalisches Programm, in dessen Zentrum italienische Musik aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts steht – Musik am Schnittpunkt zwischen Renaissance und Barock, deren expressiver Umgang mit Text dank Komponisten wie Claudio Monteverdi, Giovanni Felice Sances oder Barbara Strozzi eine neue musikalische Zeit einleiteten, die bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat: Die ausdrucksstarke Nacht-Sequenz aus Monteverdis „Combattimento di Tancredi e Clorinda“, sein Concerto „Audi coelum“ aus der „Marien-Vesper“ oder – etwas später – das innige „Tenebrae factae sunt“ von Alessandro Scarlatti geben beredtes Zeugnis.

Programm: 
A. Grandi (1575-1630) Cantabo Domino da: Mottetti, libro II, Venezia, 1625
C. Monteverdi (1567-1643) Notte da: Il Combattimento…, Venice, 1638
G. F. Sances (1600-1679) Stabat Mater dolorosa da: Mottetti a voce sola, Venezia, 1638
B. Marini (1587-1663) Romanesca da: Arie, Madrigali ..., Venezia 1620
A. Scarlatti (1660-1725)  Tenebrae factae sunt da: Responsori..., Florence, 1708
B. Strozzi (1619-1664) Sino alla morte (frammento) da: I diporti di Euterpe, Venice, 1659
Anonimo (gregoriano) De Profundis  liturgiae defunctorum
R. Rognono (? - 1620) Anchor che col Partire da: Passaggi per potersi ... Venezia, 1952
L. Grossi da Viadana Exaudi me domine da: 100 Conc. ecclesiastici, Venezia, 1602
C. Monteverdi Audi coelum   da: Vespro della B. Vergine, Venezia, 1610
Anonimo (gregoriano)  Victimae paschali laudes liturgiae paschalis
G.A.Pandolfi Mealli Sonata Quarta »La Castella« da: Sonate a violino solo ... Op. III, 1660
C. Monteverdi     Laudate Dominum  da: la Selva morale..., Venezia, 1640
Marco Beasley (1957)  Alleluja: omnis spiritus laudet Dominum  parafrasi gregoriana
G. B. Riccio (1609-1621) Jubilent omnes da: III libro di Lodi musicali, Venezia, 1621

© Accordone

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